Archiv der Kategorie 'Zeitung'

In Kürze erscheint die Ausgabe No. 12

Die neue Ausgabe der Straßen aus Zucker hat sich nichts weniger als die Frage vorgenommen, wie wir leben wollen. Hier das Vorwort.

„You may say I’m a dreamer“, heißt es in einem alten Lied von John Lennon, das heute nur noch im „70/80/90er-Mix und das Beste von Heute“ verramscht wird. Und es kann nun wirklich nicht behauptet werden, dass Viele von den Ideen, die in dem Lied vorgeschlagen werden, träumen: einer Welt ohne Nationen, Eigentum und Religion. Gerade in Zeiten von AfD, Pegida, FPÖ, SVP, IS, Trump, AKP, Front National, Duterte und anderer Bewegungen des Horrors kann es schnell albern scheinen, über eine „befreite Gesellschaft“ und Utopien nachzudenken. Wenn das nichts mit den aktuellen Kämpfen zu tun hat, sondern eine paradiesische Welt am Reißbrett entworfen wird. Ohne die vielen gescheiterten Versuche zu reflektieren, die es bereits gab. Und einen Masterplan brauchen die Leute, die dann die grundlegende Veränderung erstreiten werden, auch nicht. Wir wollten das Gegenteil tun: Uns in trüben Zeiten Gedanken darüber machen, wofür wir eigentlich streiten. Es war nicht leicht, bei vielen Dingen sind wir uns unsicher, manches wird nur angerissen. Aber, dass es sich lohnt dafür einzutreten, dass es endlich besser wird, das wissen wir. Und: „We hope some day you will join us“.

Abschließendes zum ‪#‎Cakegate‬ (31.05.2016)

Jetzt hat sich der erste Rauch verzogen und wir werfen einen genaueren Blick auf die Ereignisse. Sahra Wagenknecht hat beim LINKEN-Bundesparteitag in Magdeburg eine Torte abbekommen. Grund waren ihre Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte, in der sie von verwirktem „Gastrecht“ und ähnlichem schwadronierte. Die Reaktionen sind erwartbar empört, sowohl bei den anderen Parteifunktionär_innen als auch bei der Presse. Besonders hervorgetan im schlechten, unsauberen Journalismus hat sich Rainer Meyer, alias @faz_donalphonso,

„FAZ: Denn sie wissen, wer die Torte auf Sahra Wagenkecht warf“

Dazu an dieser Stelle ein paar Kommentare der Straßen aus Zucker-Redaktion:
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„Nationalismus und konservatives Gedankengut durchdringen alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens“

Für SaZ #11 holten wir O-Töne von Menschen ein, die sich weltweit rechten Bewegungen widersetzen.

Partho aus West-Bengalen, der bei Sanhati aktiv ist:
Der Hindu-Nationalismus ist eine rechte Bewegung, deren Ziel ein einheitlich hinduistischer Nationalstaat ist. Die organisatorische Stärke dahinter liegt in der radikal-hinduistischen Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), der Nationalen Freiwilligenorganisation, die auf Strömungen aus den 1920ern zurückgeht und deren Gründer offen ihre Bewunderung für Hitler zum Ausdruck brachten.
Heute behauptet das RSS, die größte nichtstaatliche Organisation der Welt zu sein, die unter anderem die Bharatiya Janata Party (BJP), die aktuelle neoliberale Regierungspartei Indiens, hervorgebracht hat. Zu ihrer politischen Taktik gehört weit verbreitete Propaganda gegen Muslime und Kommunist_innen. Beide werden als antinational bezeichnet.
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Einmal Pommes, bitte …aber ohne Kartoffeln, Salz und Fett

Über rechte Ökonomiekritik und die Suche nach den Schuldigen
„Es ist doch nicht alles schlecht!“ Ein Satz, der ganz besonders dann nervt, wenn man etwas kritisiert hat, beschreibt recht gut die Einstellung, welche die meisten der hier lebenden Menschen zum kapitalistischen Wirtschaftssystem haben. Aus dessen Hauen und Stechen in der Konkurrenz wird der gesunde Wettbewerb, der das Geschäft belebe. Anstatt der Tatsache, dass es bei allem nur ums Geld geht, wird vom ehrlichen Handwerk, der Erfinderin mit den pfiffigen Ideen und dem Künstler, der das alles nur für die Kunst macht, erzählt. Kapitalismus, aber bitte ohne Krisen, Armut, Konkurrenz und Ausbeutung.
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Feminismus konkret machen

Ein Interview mit der Band Chvrches

SaZ: In der letzten Zeit habt ihr Euch immer wieder gegen sexistische Posts auf Eurer Website und ebensolche Angriffe auf Lauren positioniert. Hat das Thema Feminismus Euch auch schon vorher beschäftigt?

Iain Cook: Die Debatte in unserer Fan-Community und der Öffentlichkeit hat glaube ich allgemein Bewusstsein geschaffen, und wenn wir es schaffen, eine Stimme gegen Sexismus und für den Feminismus zu sein, ist das toll. Aber wir nutzen jetzt nicht wirklich unseren Einfluss, um politische Themen zu besetzen, wir sind in erster Linie eine Band und haben aber gleichzeitig damit zu tun, was alltäglich so passiert.
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„Frauen, Männer und mehr?!“

So der ängstlich-erstaunte Titel eines Workshops auf dem evangelischen Kirchentag. Warum sich inzwischen auch die Kirche mit dem Kampf für eine Gesellschaft auseinandersetzen muss, in der mehr möglich ist als zwischen zwei starren Geschlechterrollen zu wählen, und warum es so viele Leute gibt, die sich dagegen wehren – auch wenn es ihnen und allen anderen darin besser gehen würde.
Viele Leute haben auch heute noch ziemlich starre Vorstellungen oder sogar Vorschriften im Kopf, was eine Frau und was ein Mann ist, und wie sich diese zwei Geschlechter zu verhalten haben. Zwar hat die Ansage, dass es nicht zwei, sondern viele Geschlechter gibt, und jede_r von uns sich selbst das passende aussuchen darf, inzwischen die breite Öffentlichkeit erreicht. Das heißt jedoch nicht, dass sie schon überall selbstverständlich geworden wäre. Für viele ist das Konzept von zahlreichen, nicht natürlichen, sondern in erster Linie gesellschaftlich gemachten Geschlechtern noch neu – und ruft Verunsicherung und oft auch Abwehr hervor.
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WHAT THE FUCK?!

Das WTF!-Bündnis besteht aus queerfeministischen, antifaschistischen und autonomen Gruppen sowie Einzelpersonen – Wir haben uns mit Sarah Bach, der Sprecherin des Bündnisses, über den jährlich stattfindenden „Marsch für das Leben“ und seine Hintergründe unterhalten.

SaZ: Für uns ist das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper eine Selbstverständlichkeit. Wofür gehen die Teilnehmer_innen beim „Marsch für das Leben“ auf die Straße?

Sarah: Das große Thema des Marsches ist die komplette Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Darüber hinaus wird ein Verbot von Sterbehilfe, Suizid etc. gefordert.
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