Archiv für Oktober 2014

Wie wir alle zu guten Staatsbürger_innen werden…

…oder wieviel Deutschland im Unterricht steckt.

Beobachtet man eine politische Diskussionsrunde im Fernsehen, taucht mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits nach wenigen Minuten der erste Brocken Stumpfsinn auf. „Die faulen Arbeitslosen sollen sich gefälligst zusammenreißen“ oder „die Flüchtlinge wollen uns nur ausnutzen“ – irgend so ein Klassiker kommt immer. Und doch fragt man sich immer wieder: Warum denken diese Menschen so? Die Menschen denken so, weil sie es so gelernt haben. Meinungen (auch unsere) fallen ja nicht vom Himmel. Meinungen werden gebildet! Zum Beispiel in unseren Familien, in unseren Freundeskreisen, auf der Arbeit – und natürlich in der Schule. Dass dort nicht nur Kurvendiskussion und das Periodensystem, sondern auch Werte gepredigt werden, ist keine geheime Agenda, sondern ausdrückliches Ziel.

Gelernte Staatsgläubigkeit oder: Verfassungen auswendig lernen ist ja auch irgendwie genug
Dass Fächer wie Gesellschaftskunde unsere Gesellschaft erläutern, ist logisch. Problematisch ist daran jedoch, (mehr…)

Hurra Hurra die Schule brennt

Wir haben auf dem Schulhof mal rumgefragt, wie Schüler_innen am besten durch den Schulalltag kommen. Hier einige Tipps für euch:

Arbeit verschwinden lassen
Für die letzte Klassenarbeit hatte ich keine Zeit zum Lernen. Als die Arbeit eingesammelt wurde, habe ich meine schnell in meine Tasche gesteckt anstatt sie abzugeben. Eine Woche später sprach mein Lehrer mich darauf an und hatte ein total schlechtes Gewissen, weil er meine Arbeit wohl offenbar verloren hatte. Ich „ durfte“ nochmal nachschreiben, hatte aber viel mehr Zeit zum Lernen und wusste schon ungefähr was drankommt.
Fridolin, 15 Jahre

SaZ sagt: Um die Arbeit kommst du so nicht rum, aber ein Anfang ist es.

Beton ins Klo
Die Bundeswehr sollte zu einer Infoveranstaltung in unsere Schule kommen. Darauf hatten ich und meine Freundinnen so gar keinen Bock. Im Internet haben wir gelesen, dass Toiletten ganz einfach mit Betonpulver zu verstopfen sind. Das war ’ne Sauerei kann
ich euch sagen. Am nächsten Tag hatten wir alle frei und die Infoveranstaltung konnte leider nicht stattfinden.
Ursula, 14 Jahre

SaZ sagt: Wenn du Lust auf einen Schulwechsel hast…

Zusammenhalten
Es waren mal wieder viel zu viele Hausaufgaben, deswegen haben wir uns abgesprochen und sie alle nicht gemacht. Als wir gegenüber der Lehrerin behaupteten, dass es gar keine gab, glaubte sie uns zwar nicht, aber was sollte sie schon machen.
Fatma, 14 Jahre

SaZ sagt: Klappt nur wenn alle mitmachen, dann aber richtig gut.

Besuch bei Dr. Holiday
Ich brauchte einfach mal wieder eine Auszeit von der Schule. Alle wissen ja, dass Migräne oder Magen-Darm nicht sichtbar sind und dass Lehrer nicht gerne über gynäkologische Beschwerden sprechen. Im Internet gibt‘s unter „krank feiern“ auch noch weitere Krankheitsbilder. So einen Attest zu bekommen oder mal früher zu gehen ist nicht schwer.
Trudi, 17 Jahre
Tipps hierfür: http://www.krankheit-simulieren.de

SaZ sagt: Ein bisschen aufwendiger, aber auch später bei der Arbeit erfolgreich. Nur beschränkt durch maximale Fehlzeiten.

Mitmachen
Ich bin immer gut vorbereitet und habe noch keine Stunde verpasst. Manchmal baue ich auch meinen DUDEN neben mir auf, damit niemand abschreiben kann. Ich melde mich immer laut und deutlich, um besser zu sein als die anderen.
Herbert, 15 Jahre

SaZ sagt: Kann man machen, muss man aber nicht. „Spaßfaktor“ für niemanden außer für dich.

Ham-sangi, Ham-deli und Ham-raahi

Interview “Raha’s house of learning“ (Teheran)

Wie entstand Raha?
Vor vier Jahren haben wir mit 5 Familien, die für ihre Kinder eine Bildung außerhalb von Normen und diktierten Strukturen wollten und in dem die Kinder ihren eigenen Weg gehen können, Raha gegründet. Nun sind wir bereits 40 Familien, die Kinder sind von 3 bis 10 Jahre alt, bald werden wir das auf 12 Jahre erweitern.

Was ist die Grundlage von Raha?
Alle hier haben eine kritische Sicht auf das staatliche Bildungswesen und (mehr…)

„Eine Schule für Alle“

Sandra Boger von Wild:LACHS für alle e.V. über Inklusion in der Schule

SaZ: Seit einigen Jahren versucht die Bildungspolitik, das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen zu ermöglichen. Das läuft unter dem Begriff „Inklusion.“ Du bist in einem Verein aktiv, in dem sich Menschen mit Behinderungen für ein „inklusives Leben“ einsetzen. Was bedeutet Inklusion für dich?

Sandra: Inklusion bedeutet, (mehr…)