Archiv für Januar 2014

„Ich wollte trotzdem kritisch und subversiv bleiben“

Straßen aus Zucker sprach mit Pyro One über sein neues Album, politischen vs. klassischen Rap und die Schönheit utopischer Blasen. Enjoy!

Saz: Am 22. November ist dein neues Album „Ausgezogen aus Nimmerland“ erschienen. Vielleicht hast du Lust, kurz zu erzählen, was dieses Album von deinen anderen unterscheidet? Was war beim Entstehungsprozess anders?

Pyro: Was die Leute angeht, die daran mitgearbeitet haben, hat sich nicht viel geändert. Ich mache das immer mit Leiji zusammen. Er produziert zusammen mit Beat 2.0 fast hundert Prozent meiner Sachen und macht auch meine Artwork. Was dieses Mal vielleicht ein bisschen anders war, (mehr…)

Magazin für das schöne Leben statt irgendwelcher Staats/oder Volkssouveränitäten

Straßen aus Zucker statt Compact

In „Compact – Magazin für Souveränität“ schreiben Rechtskonservative und Journalist_innen der Neuen Rechten ihren Bockwurst-Senf zu Themen wie deutscher Geschichte, der Homoehe, Gleichberechtigung der Geschlechter, Asyl und Migration in Deutschland und dem NSU. Darunter vor allem der Herausgeber Jürgen Elsässer, der einen Wandel vom linken Antisemitismuskritiker über den rassistisch begründeten Kosovo-Kriegsgegner zum rechtskonservativen Verschwörungsheini hingelegt hat, der eine*n staunen lässt (und im Gegensatz zu Nasen wie Horst Mahler oder Bernd Rabehl, die auch schon immer das Nationale im Soziale super fanden, ist bei ihm auch schwer eine inhaltliche Linie erkennbar, die das erklären könnte).
Sein Magazin liegt manchmal in Cafés, Imbissen und Kneipen als kostenlose Gabe an Lesezirkel aus. Und ist im Zeitschriftenhandel und im Abo zu bekommen. Es hat ne Mini-Auflage, aber ist durch die Scharnierfunktion zur AfD und Neuen Rechten trotzdem nicht zu unterschätzen.

Die Autorinnen und Autoren von Compact haben vor allem eins: Mächtig viel Angst. Angst um Deutschland, Angst vor Migration nach Deutschland, vor einer Überfüllung im Land, Angst um die konservative Ehe und die Familie, Angst vor Emanzipation (eigentlich: Angst vor Frauen), sehr große Angst vor Verlust von Männlichkeit und Auflösung von Geschlechterverhältnissen, Angst vor „dem Anderen“, große Angst vor Israel und den USA. Und natürlich Angst vor allerlei Verschwörungen.
Weswegen sie einfach mal allen, die nicht in ihr Weltbild passen, Angst machen wollen: Homosexuell-Lebenden, Migrant*innen, emanzipierten Frauen, ungestählten Männern.

Mut zur Wahrheit? Ey, ma ganz ehrlich Leute: Mit Compact wird niemand schlau. Wer sich dennoch ein Ansichtsexemplar aus der Kneipe, dem Kiosk oder dem Cafe ausleihen möchte, sollte eine Ausgabe Straßen aus Zucker da lassen. Wir schicken kostenlos zu.

Mehr zu Compact findet ihr hier

Einen Artikel gegen Antisemitismus gibt es in der SaZ # 3 und als Podcast, eingesprochen von Dirk von Lowtzow

Aus derselben Ausgabe ebenfalls passend: Eine Kritik von Verschwörungstheorien