White Charity

Schwarzsein und Weißsein auf Spendenplakaten.

Auf Bahnhöfen oder vor Supermärkten – an vielen Orten in Deutschland sieht man Aufrufe von Nichtregierungsorganisationen wie ‚Brot für die Welt’ ‚Care’ oder ‚Welthungerhilfe’, die mit großen Plakaten zum Spenden für irgendeinen „guten Zweck“ werben. Welche Auswirkungen diese Plakate auf die Menschen in Deutschland haben, zeigt der Film `White charity`.

Spendenwerbung scheint etwas „Gutes“ zu sein, da sie ja verspricht, menschliches Elend in der Welt zu lindern. Die Filmemacher_innen zeigen jedoch auf, dass diese Werbung in Deutschland massiv zur Entstehung rassistischer Bilder in unseren Köpfen beiträgt: Sie sendet Botschaften aus, durch die wir die Hautfarbe von Menschen mit bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen verbinden. Um zu erklären, auf welche Weise das geschieht, werden in dem Film die Bilder und Texte analysiert, die uns auf den Plakaten jeden Tag ins Auge springen. Ob traurige Kinderaugen in einem ärmlichen Umfeld oder ein „stolzer Krieger“ in einer Wüstenlandschaft: die Plakate transportieren das Bild der ‚Anderen’ als passive, ‚wilde’ Menschen, denen wie selbstverständlich das Selbstbild von aktiven, zivilisierten Spender_innen in Deutschland gegenübergestellt wird.

Spoiler Alert! – Der Film hat uns beim gemeinsamen Videoabend die Augen geöffnet. Gleichzeitig bleibt er leider bei der Kritik an den medialen Konstruktionen stehen. Die wirtschaftlichen Strukturen, die dafür sorgen, dass diese Bilder eben auch immer ein Stück traurige Realität abbilden, werden leider nur am Rande thematisiert. Doch genau diese weltweiten Ausbeutungsverhältnisse sorgen ja dafür, dass Rassismus die Unterschiede zwischen Arm und Reich auf der Welt sehr schlüssig (wenn leider auch völlig falsch!) erklären kann. Insofern ist Rassismus eben auch nicht nur durch Aufklärung aus der Welt zu schaffen. Um ihn abzuschaffen, müssen wir schon die „Politik, die Strukturen und das Vokabular“ insgesamt ändern, wie die in dem Film interviewte Wissenschaftlerin Grada Kilomba in ihrem Abschlussstatement deutlich macht.

Den Film als Stream und viele Infos rund um den Film findet ihr unter: http://whitecharity.de

Die Filmsprache ist deutsch, Untertitel gibt’s auf englisch und slowakisch.

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