Archiv für den 26. November 2013

Dokumentation: Eine Literaturliste zur befreiten Gesellschaft und zur Planwirtschaft

Die nicht mehr existierende Gruppe paeris (http://www.paeris.net) hat eine leicht kommentierte Liste von Texten, die sich mit der Frage der Organisation einer postkapitalistischen Gesellschaft beschäftigen, gebastelt, die wir im Folgenden dokumentieren. Wer noch weitere Tipps hat, einfach Mail an saz@riseup.net

Gruppe Internationaler Kommunisten Hollands, Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung, Rowohlt Verlag 1971 (ursprünglich erschienen 1930)

Rätemodell als Gegenmodell zu zentraler Planung, um damit verbundene Herrschaft wie im Realsozialismus zu vermeiden.

Cornelius Castoriadis, Workers‘ Councils and the Economics of Self-Managed Society, 1957 (online hier)

Ausführliche Beschreibung eines Rätemodells.

Ernest Mandel, In Defense of Socialist Planning, 1984 (dt.: Zur Verteidigung der sozialistischen Planwirtschaft)

Zentrale Planung plus Demokratie in einer geldlosen Wirtschaft. Reaktion auf die Kritik von Marktsozialist*innen, dass eine Planung der Wirtschaft nicht möglich sei. Wer sich nur für das Modell interessiert siehe hier Kapitel 7, S. 26-32.

Paul Cockshott/ Allin Cottrell, Towards a New Socialism, 1993 (dt.: Sozialistische Planwirtschaft ist möglich oder Alternativen aus dem Rechner, PapyRossa Verlag 2006, neue Ausgabe 2012, (online hier).

Modell demokratischer Planung der Ökonomie ohne Räte. Wie kann die Berechnung von Arbeitswerten der produzierten Güter stattfinden, ist eine zentrale Planung der Produktion mittels Computer beherrschbar.

Takis Fotopolous, Towards an Inclusive Democracy, 1997, (online hier) (dt.: Umfassende Demokratie, Trotzdem Verlag 2003).

Räumlich dezentrale demokratische Planung der Grundbedürfnisbefriedigung. Darüberhinausgehende Bedürfnisse über einen „künstlichen“ Markt vermittelt, um sowohl Bedürfnisbefriedigung als auch Wahlfreiheit zu gewährleisten. Wer sich nur für das Modell interessiert: 6. Kapitel, S. 255-274 (engl.), S.281-301 (dt.)

Michael Albert, Parecon, 2003 (dt.: Trotzdem Verlag 2006)

Dezentrale Planung, die aber nicht in räumlich dezentralen Einheiten stattfindet. Individuelle Pläne werden in einem Prozess zu einem gesellschaftlichen Gesamtplan zusammengefügt. Deutsche Übersetzung z.T. inhaltlich vom Original abweichend, deswegen besser die englische Originalversion lesen. Wer sich Langeweile sparen will, sollte bei Teil 2 des Buches anfangen. Deutschsprachige Kurzbeschreibung. Eine wichtige Diskussion hierzu.

Alfred Fresin, Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft, Peter Lang Verlag 2005 (online hier)

Zentrale Planung der Produktion zur Sicherstellung der Bedürfnisbefriedigung.

Christian Siefkes, Beitragen statt Tauschen, AG SPAK Bücher 2008 (online hier), ein Vortrag von Christian Siefkes Ende 2016

Peer Production: Alle arbeiten worauf sie Lust haben und teilen ihre Erträge mit anderen. Wie kann das nicht nur für immaterielle Güter funktionieren, sondern als Grundlage der materiellen Produktion einer Gesellschaft.

Weitere, teilweise aktuellere Texte und Diskussionen (von Straßen aus Zucker zusammengestellt):

- Eine Diskussion auf dem Ums Ganze-Kongress zum Thema: Wie realisiert man den Kommunismus?

- Eine Diskussion zwischen Thomas Ebermann und Rüdiger Mats, die Teile der Frage streift

- Rüdiger Mats über Was kann man heute bereits über die Organisation einer nachkapitalistischen Gesellschaft sagen?

- Einführung in die Veranstaltungsreihe „Where is an alternative“ der Leipziger Gruppe the future is unwritten

- Rüdiger Mats über Commonismus statt Kommunismus? – Über ein Konzept libertärer Ökonomie ohne Ausbeutung und Herrschaft

- Dietmar Dath, Klassenkampf im Dunkeln. Zehn zeitgemäße sozialistische Übungen, Konkret Verlag 2015, hierzu ein Gespräch von Thomas Ebermann und Dietmar Dath

- Phase 2 Ausgabe Nummer 36 zu Kommunismus (online hier)

- Felix Klopotek, Rätekommunismus, theorie.org, Frühjahr 2017, 10 Euro

- Ein Text der Londoner Gruppe Angry Workers namens Insurrection and Production, der recht detailliert und sachkundig (die arbeiten in Londoner Warenlagern) durchrechnet, wie in den Tagen nach der Revolution in Großbritannien die Lebensmittelversorgung etc. organisiert werden könnte: (online hier auf deutsch), (online hier auf englisch)

- Veranstaltungsreihe der Berliner Gruppen [pæris] und Plan E: No idea? Eine Diskussionsreihe über Konzepte befreiter Gesellschaft

- Veranstaltungsreihe der Leipziger Ums Ganze-Gruppe the future is unwritten: Where is an alternative?

- Veranstaltungsreihe der Göttinger Ums Ganze-Gruppe Redical M: Where is an alternative?

- Ein Vortrag der Düsseldorfer Gruppe Association debut d‘histoire: Von der Kritik zur Alternative, Teil zu: Computerkommunismus

- jour fixe initiative berlin (Hg.), „Etwas fehlt“. Utopie, Kritik und Glücksversprechen, 2013, 19.80 Euro

- Bini Adamczak, Kommunismus für Kinder. Kleine Geschichte wie alles anders wird, Unrast, Münster 2004

- Bini Adamczak, Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft, 2. Auflage, edition assemblage, Münster 2011

- Prokla, Heft zu: Sozialismus? (Juni 2009).

- Selbsthilfegruppe Ei des Kommunismus (Hg.): Was tun mit Kommunismus?!, 18 Euro, hierzu fanden verschiedene Diskussionsveranstaltungen statt, die als Audio-Datei vorliegen

- Raul Zelik / Elmar Altvater, Vermessung der Utopie. Ein Gespräch über Mythen des Kapitalismus und die kommende Gesellschaft, 10 Euro.

- Howard Hawkin, Community control, workers‘ control, and the Cooperative Commonwealth“, in: Society & Nature, Vol. 1, No. 3 (1993) (online hier)

- Peter Hudis, Marx’s concept of the alternative to capitalism (online hier)

- Eine Kritik an dem obigem und warum man nicht mit einem „durchdachten planwirtschaftlichen Konzept“ für den Kommunismus werben sollte