Kommunismus

Guten Tag!
Ich bin großer Sympathisant eurer Zeitung und eurer Themen, dennoch habe ich ein paar Fragen.
Und da ich euch als Diskussions-bereit einschätze, hoffe ich, dass ihr mir diese auch beantwortet. Als erstes frage ich mich, ob die ganze Kommunismus-Sache nicht total veraltet ist, und so überhaupt noch zu gebrauchen. Zur Zeit Marx‘ war das alles natürlich alles richtig bzw. eine große Reform; aber heute? Brauchen wir das alles?
Frage zwei: Ich bin wirklich alles andere als National oder freu mich, deutscher zu sein, allerdings denke ich auch, dass doch vieles in diesem Land besser ist, als sonstwo. Außerdem was würdet ihr antworten, wenn man euch fragt: „Wenn ihr hier alles so scheiße findet, wieso geht ihr dann nicht woanders hin?“.
Das wäre es dann erstmal.

Viele Grüße, T.

Hallo T.,

merci für Deine Mail und Deine Fragen.
Die Fragen treffen ja ziemlich in die Mitte dessen, was wir diskutieren wollen und
warum wir auch die Straßen aus Zucker machen. Und sind auch nicht so einfach zu
beantworten, deswegen wird’s bisschen länger, sorry.

Zur ersten: Naja, das was Karl Marx damals versuchte (und was ihm, nach meiner
Meinung, teilweise ziemlich gut gelungen ist), ist zu zeigen, wie all der Horror
in dieser Gesellschaft immer und immer wiederkehrt. Damit meine ich: Jeden Tag
sterben zigtausende Menschen an Hunger, an Krankheiten, die heilbar sind. Um nur
den größten Skandal zu benennen.

Marx hat nun versucht zu zeigen, dass das nicht zufällig so ist oder dass es nicht
böse Banker*innen oder „schlechte, korrupte Regierungen“ sind oder es nur an
genügend sittlicher Moral fehlt, sondern das dies systematische Gründe hat. Diese
Gründe hat er als halb-überzeitliche festgestellt, das heißt, immer wenn die
Herstellung der Dinge, die Menschen zum Leben brauchen, deswegen geschieht (oder
eben nicht), weil damit Gewinn gemacht wird und dies in einer Gesellschaft
passiert, in der Firmen Besitz an Produktionsmitteln (Maschinen, Fabrikgebäude
etc) haben und eine große Anzahl von Menschen nichts hat als ihre Arbeitskraft,
dass immer dann notwendig solche Dinge wie oben beschrieben entstehen. Und das –
an dem Anspruch müsste man Marx eben messen – ist auch heute noch aktuell.

Der Begriff des Kommunismus – so veraltet und verhunzt er erstmal klingen mag,
aber einen besseren haben wir noch nicht gefunden – ist nun so bisschen die
Zusammenfassung einer Welt, in der unter anderem obiges nicht mehr möglich sein
soll (noch viel anderes, wozu Marx nur wenig bis gar nichts gesagt hat, wollen wir
auch nicht, z.B. diese gewaltvollen Geschlechterverhältnisse). Und das geht eben
nur auf dem Weg, dass man erkannt hat, warum es die Dinge, die man nicht will,
eigentlich gibt.

Was der Kommunismus sein wird, da sind erstmal Deiner Vorstellungskraft keine
Grenzen gesetzt. Und vielleicht kommen wir ja überein, was wir darunter vorstellen
und machen den zusammen? Was ich mir darunter vorstelle? (Ich versuche mal hier
die ganzen Plattitüden zu vermeiden, die da oft kommen. Denn ich finde es
sinnvoll, dass jede*r individuell und in eigenen Worten formuliert, was sie*er
anstrebt. Weil genau darum geht es mir ja, ums Verlassens von ausgetretenen Pfaden.)
Ich will eine Gesellschaft, in der Bedürfnisse befriedigt werden, in dem es um das
gute Leben für alle geht und nicht um die Steigerung und Intensivierung der
Arbeitszeit, in der ich nicht mit allen konkurrieren muss – denn darauf habe ich
keine Lust. Das tut mir nicht gut, lieber will ich füreinander produzieren. Ich
will mitentscheiden und will nie wieder gesagt bekommen, was ich zu tun habe. Ich
will nicht regiert werden – nicht von „meinen“ Repräsentant*innen, nicht von einer
angeblich mich vertretenen Partei und auch nicht von einem angeblichen Sachzwang
namens „Und wer soll’s zahlen?“. Ich will mich nicht für Nationen krumm machen
oder für diese in den Krieg ziehen. Du siehst, das ist noch viel Abgrenzung von
dieser Gesellschaft, was mir aber auch logisch erscheint, weil sie ist es ja ist,
die mich leiden läßt und aus der ich ausbrechen will. Da ist aber auch viel
Abgrenzung drin zu Gesellschaften, die sich kommunistisch nannten. Das Problem,
dass ich diese, wie die DDR oder die Sowjetunion, in den meisten Dingen
verabscheue, und gleichzeitig den gleichen Namen – Kommunismus – benutze, sehe
ich, aber wie gesagt: Einen besseren Begriff hab ich noch nicht gefunden. Vielleicht sollte man aber wirklich eher von einzelnen Punkten wie: Ich will eine liberale Planwirtschaft, ich will die Auflösung der Geschlechter etc sprechen.

Zu Deinem zweiten Punkt: „denke ich auch, dass doch vieles in diesem Land besser
ist als sonst wo“. Die Nation und der Nationalismus sind Meisterinnen darin,
solche Schein-Selbstverständlichkeiten zu schaffen, in denen man sich leicht
verheddert.
Vielleicht ein Schritt zurück: Wir kritisieren die Nation (und den Nationalismus
als großes JA zu dieser Nation und ihrem Projekt) aus folgenden Gründen: Einmal
schließt sie aus – die toten Flüchtlinge im Mittelmeer, die in Verzweiflung vor
Entdeckt-werden Lebenden (sogenannte Illegale), ja auch all die hier schon
teilweise in der dritten Generation lebenden Menschen, die nicht „dazu“ gehören
sollen, sind hierfür ein Beispiel. Gleichzeitig schließt die Nation auch ein – Du
bist Deutschland heißt dabei, Du bist Material für die Konkurrenzpläne
Deutschlands, Material fürs Niederkonkurrieren anderer Nationen, manchmal auch
einfach Material fürs Kriegsführen (allzu leicht vergisst man, dass Kriege nicht
der Vergangenheit angehören). Patriotisch, was für uns das selbe wie
nationalistisch ist, ist nun vor allem auch: Für Deutschland den Gürtel enger zu
schnallen. Das heißt, wenn Sozialleistungen abgeschafft werden, heißt es, das wäre
für Deutschland wichtig. Gleichzeitig wird gesagt, man könne auf Deutschland stolz
sein, weil es hier „uns“ ja besser ginge, z.B. mehr Sozialleistungen gebe. Das
heißt, Du sollst stolz sein, weil es Sozialleistungen gibt und weil Du stolz bist
es ok finden, dass sie gestutzt werden. Da kriegen nicht nur wir ein Knoten im
Hirn. Und verstehen nicht, wie Menschen einer solchen Logik folgen können.

Aber vielleicht ein kleiner Entwirrungsversuch: Ich streite dafür, dass es hier
allen Menschen gut geht – und überall sonst auch. Und wüsste nicht, warum mir das
eine wichtiger sein sollte als das andere. Und streite gegen eine Gesellschaft,
die alles in Konkurrenz setzt, dh das „Argument“ erst möglich macht: „Diese
Sozialleistungen müssen gestutzt werden, weil das andere konkurrierende Nationen
auch schon gemacht haben“ – Abwärtsspirale des Nationalismus würd ich das nennen, die Auswirkungen derselben spüren gerade z.B. die Menschen in Griechenland, weswegen auch die beste Solidaritäts-Arbeit für diese wäre, hier zu streiken.
Und ähnlich würd ich auf Leute antworten, die sagen: „Geh doch woanders hin“.
Warum sollte ich von meinen Freund_innen weggehen, in anderen Ländern ist es ja
auch nicht anders. Lieber versuche ich doch, mit diesen zusammen das Leben hier
für mich und andere schön zu machen – und damit nicht das Unglück von anderen in
der Welt zu befördern. Ich hinterfrag eben diese Einteilung von „Wir“ und „die
Anderen“. Ich hab mit den angeblich „Anderen“ oft mehr zu tun als mit den
Angehörigen dieses „Wirs“. Aber auch denen, mit denen ich wenig gemeinsam habe,
wünsche ich nichts schlechtes – das heißt, diese will ich nicht in der Konkurrenz
zum Verlierer machen wie es gerade Deutschland mit Griechenland oder Italien
machte. Alles Dinge, die hier aber notwendig passieren. Warum das wieder so
notwendig ist, dazu findet man ne Menge bei dem Herrn, der ganz oben in
dieser Mail im Fokus stand (und den Menschen, die von dieser Kritik ausgehen und
diese für die heutige Zeit aktualisierten).
Vielleicht meinst Du mit dem: „vieles in diesem Land besser ist“ ja noch was
anderes. Das müsste man dann am konkreten diskutieren. Nur generell würde ich
sagen: Mir fällt nichts ein, was ein JA zu dem Projekt dieser Nation (und aller
Nationen, die sich am Weltmarkt beteiligen) bei mir auslösen würde.

Was meinst Du zu obigem? Freu mich auf Deine Antwort. Hast Du eigentlich was
dagegen, wenn Dir diesen Mailwechsel auf unsere Seite unter der noch zu
schaffenden Rubrik Leser*innenbriefe veröffentlichen, natürlich ohne Deinen Namen
und Deine Emailadresse?

Viele Grüße,
Hannah

Hallo Hannah!
Ich bedanke mich für Deine/Eure Antworten.
Meine Antwort hat jetzt auch etwas gedauert, ich bitte dies zu entschuldigen.
Ich stimmt auch großteils mit deinen Begründungen ein, muss allerdings nochmal nachhaken:

Ich stelle mir einfach die Frage: Ist Deutschland das Problem, oder das System in Deutschland?
Was würde sich ändern, wenn wir den „Kommunismus“ (ich halte ihn immer noch für den falschen Begriff, da mir immer Personen wie Stalin oder Systeme wie die DDR, in den Sinn kommen, die ich überhaupt nicht für liberal oder „gut“ halte)
nun, wenn wir den „Kommunismus“ wiederbeleben würden, was würde sich in Deutschland ändern?
Ich meine, ich habe auch was dagegen, dass die Reichen reicher werden, und die Armen ärmer. Ich habe auch was dagegen, dass Firmen ihre Waren für 3,50€ durch Kinderarbeit produzieren lassen, ich bin auch dafür, dass sich „Arbeit lohnen muss“, etc.
aber kann man das ändern? Kann man das durch den Kommunismus ändern?

Ich denke das ich zu wenig über Marx weiß, um wirklich eine eigene Meinung bilden zu können, ich denke aber schon, soviel weiß ich, dass er einer der besseren war…

Nun zu meinem Punkt „..vieles in diesem Land besser ist, als sonstwo.“ ich will damit sagen, dass wir in einem Land leben, so scheiße es auch teilweise ist, in dem Demokratie herrscht, Parteien wie die NPD kaum Stimmen bekommen, wir haben eine Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit… Selbst in Europa ist das ja nicht selbstverständlich.
Deshalb frage ich mich wieder: Ist Deutschland das Problem, oder sind alle Staaten scheiße?
„No border no nation“? Hat das Zukunft?

Im Zusammenhang mit Deutschland habe ich eine Frage, die du mir bestimmt beantworten kannst:
Ich lese öfters den Begriff „Anti-Deutsch“ dazu noch „Solidarität mit Israel“.
Könntest du mir den Begriff näher erklären, ich finde im Netz nur mangelhafte Erklärungen.

Ihr könnt gerne den Mail-Verkehr veröffentlichen.
Bedanke mich für die Diskussion und die Antwort.

Viele Grüße,
T.

Hallo T.,

bitte entschuldige die zeitliche Verzögerung und dass wir dir nicht so ausführlich antworten können. Wir freuen uns super über dein Interesse und freuen uns auch immer über interessante Diskussionen, jedoch machen wir den Redaktionskram unentgeltlich neben unserer regulären Arbeit und um Email-Antworten inhaltlicher Art zu formulieren, diskutieren und abzunicken reicht uns oft nicht die Zeit neben dem normalen Redaktionsprozess.
Hier trotzdem noch einige Anregungen unsererseits.

Ich stelle mir einfach die Frage: Ist Deutschland das Problem, oder das System in Deutschland?

Wir glauben nicht, dass es „ein Problem“ gibt, sondern halten verschiedene gesellschaftliche Zustände für unschön und kritikwürdig. Dazu zählen sowohl das System, dass es (auch) in Deutschland gibt, aber auch das Konzept des Nationalstaates allgemein und verschiedene spezifische Zustände in Deutschland. Also kurz gesagt: Beides

Was würde sich ändern, wenn wir den „Kommunismus“ (ich halte ihn immer noch für den falschen Begriff, da mir immer Personen wie Stalin oder Systeme wie die DDR, in den Sinn kommen, die ich überhaupt nicht für liberal oder „gut“ halte) nun, wenn wir den „Kommunismus“ wiederbeleben würden, was würde sich in Deutschland ändern? Ich meine, ich habe auch was dagegen, dass die Reichen reicher werden, und die Armen ärmer. Ich habe auch was dagegen, dass Firmen ihre Waren für 3,50€ durch Kinderarbeit produzieren lassen, ich bin auch dafür, dass sich „Arbeit lohnen muss“, etc. aber kann man das ändern? Kann man das durch den Kommunismus ändern?

Wir denken allgemein, dass sich Gesellschaft verändern kann, das heißt dann demzufolge auch, dass die Gesellschaft „besser“ werden kann. Das ist ja auch so unsere Motivation so eine Zeitung zu machen. Der Begriff „Kommunismus“ ist ein (zugegebenermaßen nicht unproblematisches) Füllwort für die „ideale Gesellschaft“. Eine Gesellschaft in der der Mensch kein „geknechtetes, beleidigtes und erniedrigtes Wesen“(Karl Marx) mehr ist. Also eine Gesellschaft in der kollektives Wohl bewusst und selbstbestimmt durch alle Menschen im Rahmen herrschaftsfreier Verhandlung organisiert wird. Das ist heutzutage, wo Gesellschaft durch ausschließende Nationen, (mehr oder weniger hierarchischen) Staaten, und blindem Marktlogiken organisiert ist, nicht möglich. Zugegeben, der Kommunismus ist dann aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich, ja utopisch. Aber das soll er auch. Der Begriff soll eine Erinnerung geben „outside the box“ zu denken, nicht in für in bestehenden Strukturen hängen zu bleiben, sondern auch das für möglich zu halten und zu denken was heute noch weit weg ist. Er soll Orientierung geben, auf Dauer die gesellschaftlichen Gegebenheiten grundlegend zum Besseren zu ändern.
Hier ein Artikel zu unserem Kommunismusbegriff:
Straßen aus Zucker #2: Es gibt immer was zu tun. http://strassenauszucker.blogsport.de/2009/11/08/es-gibt-immer-was-zu-tun/

Nun zu meinem Punkt „..vieles in diesem Land besser ist, als sonstwo.“ ich will damit sagen, dass wir in einem Land leben, so scheiße es auch teilweise ist, in dem Demokratie herrscht, Parteien wie die NPD kaum Stimmen bekommen, wir haben eine Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit… Selbst in Europa ist das ja nicht selbstverständlich. Deshalb frage ich mich wieder: Ist Deutschland das Problem, oder sind alle Staaten scheiße?

Natürlich geht es Menschen außerhalb von Deutschland oft ziemlich mieser als uns in Deutschland. Wir wollen aber nicht Staaten vergleichen oder Aussagen treffen, wo es besser oder schlechter ist. Wir wollen mit unserer Zeitung in erster Linie grundlegende unhinterfragte Grundsätze unserer Gesellschaft (Markt, Kapitalismus, Nation, Staat) einmal in Frage stellen und schauen, ob es nicht NOCH besser gehen könnte. Das halten wir auch für bitter nötig schaut man sich die alltäglichen Katastrophen wie Armut, Unterdrückung, Rassismus, Konkurrenz aller gegen alle ansieht.
Wir halten auf jeden Fall das Konzept des „Staates“ für schlecht. Warum haben wir hier beschrieben:
Straßen aus Zucker # 1: „Eine Absage an Staat und Nation“:
http://strassenauszucker.blogsport.de/2009/04/23/eine-absage-an-staat-und-nation/

Die Frage ob es neben allgemeiner Staatskritik auch noch ein spezifisch deutsches Problem gibt, das sich grundlegend von allen anderen Staaten unterscheidet wird seit den letzten 20 Jahren sehr kontrovers innerhalb der politischen Linken diskutiert.
Hier ein kleiner Text von der Gruppe Theorie.Organisation.Praxis B3rlin:
“Imagine there’s no countries /It isn’t hard to do /” http://top-berlin.net/?p=313

„No border no nation“? Hat das Zukunft?
Wir meinen, es sollte Zukunft haben. Dem Thema Nation und Deutschland hat sich Straßen aus Zucker #4 gewidmet. Unter anderem mit den Artikeln: „Wer hat hier was gegen pure Lebenslust?“ http://strassenauszucker.blogsport.de/2010/10/14/wer-hat-hier-was-gegen-pure-lebenslust/
Und „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ http://strassenauszucker.blogsport.de/2010/10/15/jetzt-wird-wieder-in-die-haende-gespuckt/
und „Deutschland?I’m gonna love you either way“ http://strassenauszucker.blogsport.de/2010/10/17/deutschland-im-gonna-love-you-either-way/

Im Zusammenhang mit Deutschland habe ich eine Frage, die du mir bestimmt beantworten kannst: Ich lese öfters den Begriff „Anti-Deutsch“ dazu noch „Solidarität mit Israel“. Könntest du mir den Begriff näher erklären, ich finde im Netz nur mangelhafte Erklärungen.

„Antideutsch“ ist ein Sammelbegriff für neue theoretische Strömungen, die seit den 90er Jahren Einzug in linke Debatten erhalten haben, für heftige Kontroversen sorgten und seit wenigen Jahren teilweise fest in progressiver Gesellschaftskritik verankert sind.
Ursprünglich ging es genau um die Frage, ob es ein spezifisch deutsches Problem gibt. Die als „antideutsch“ betitelten Menschen bejahten dies und wiesen auf all die rassistischen, patriotischen Ressentiments in der BRD hin.
Innerhalb der Debatte wurden viele eingespielte linke Gewissheiten in Frage gestellt, z.B. der positive Bezug internationalisitscher Linken zu völkischen und nationalistischen „Befreiungsbewegungen“. Auch wurde die autoritäre, antiamerikanische, fortschrittsfeindliche und teils antisemitische Ausrichtung vieler (Alt-)Linker kritisiert. Besonders heftig wurde der Konflikt in der Israel-Palästina-Frage ausgetragen. Dabei bezogen die sog. „Antideutschen“ entgegen den linken Mainstream Position für Israel, weil sie den Staat als notwendigen (demokratischen) Schutzraum sahen für Menschen, die von Antisemitismus bedroht waren. Auch die Unterteilung in arme, unterdrückte, gute Palästinenser und reiche, imperialistische, böse Israelis wurde als stark verkürzt zurückgewiesen.
Zum Thema „Antideutsch“ gibt es hier viele wichtige Dinge: http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=749&print=.

Ich hoffe das hilft erstmal weiter.
Schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

Hannah für Straßen zu Zucker

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