Archiv für Mai 2011

01.06. Berlin: „des rues de sucre“-Gala

Am 1.Juni gibt es im ://about blank (Markgrafendamm 24c, Ostkreuz) eine große Gala um die fünfte Ausgabe der „Straßen aus Zucker“ angemessen zu feiern. Für musikalische Unterhaltung sorgen Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Mary Velo (Ntrop/Coincidence), Toni Haupt (Telekollegen), tiA ([ _ ]), Thomalla (Krakatau), Mehrton&Einklang (KaKü) und Disko Dna (Delikat).

Diskutieren mit den Sugars
Und wir laden euch alle ein vor der Gala mit uns über die Straßen aus Zucker-Texte zu reden, streiten und zu lästern. Los geht’s ab 22.00 Uhr im gemütlichen ://about blank- Garten. Danach kann noch ein Bier getrunken, Pommes genascht und bei entspannter Musik bis zur Partyeröffnung überbrückt werden. Wir freuen uns auf euch!

Infos: aboutparty.net & facebook.com/strassenzucker
Stra�en aus Zucker - Gala

„Zimt und Zucker“

Interview mit dem neuen Zeitungsprojekt aus Österreich

Wien im Jahr 2011: Eine antifaschistische Demonstration gegen einen Burschenschafterball mit illustren Gästen von NPD, DVU bis Front National wird verboten. Politische Aktivist_innen sind von massiver Repression betroffen. Österreich ist alles andere als eine Insel der Seligen. Doch dortige Genoss_innen haben sich an die „Straßen aus Zucker“-Crew mit der Idee gewandt, in Kooperation mit uns das Konzept der Zeitung auch auf die Alpenrepublik auszuweiten.
Die erste Ausgabe ist schon in Arbeit und daher haben wir uns gedacht, dass wir der „Zimt und Zucker“ ein paar Fragen stellen.

Was war Eure Motivation, das Projekt „Zimt und Zucker“ auf die Beine zu stellen?

„Zimt und Zucker“ hat mit Spannung die ersten vier Ausgaben der „Straßen aus Zucker“ mitverfolgt und auch in Österreich zahlreich unter die Leute gebracht. Viele fanden die Texte und Interviews ziemlich cool und die SaZ ist ein richtiges Gesprächsthema geworden. Weil einige Texte auf Deutschland spezifiziert sind, entstand die Idee, ein adaptiertes Projekt zu starten. Wir wollen ähnliche Themen behandeln, dabei aber auf die österreichischen Verhältnisse eingehen und diese ins Visier der Kritik nehmen.
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PorNo? PorYes? PorHaps…

Warum nicht alle Pornos geil sind.
ENGLISH!
ESPAÑOL!

Pornografie ist laut Wikipedia „die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden“. Für viele von uns ist sie mittlerweile Teil des Alltags. Vielleicht haben wir mal irgendwo in der hintersten Ecke der DVD-Schublade mit rotem Kopf die Filmsammlung unserer Eltern gefunden, von Freund_innen irgendwelche Handybilder gezeigt bekommen, vielleicht haben manche von uns schon mal auf youporn.de rumgeklickt, aber auch normale Spielfilme kommen selten ohne eine Sexszene aus. Laut Medien sind wir sogar die „Generation Porno“. Wenn dann darüber diskutiert wird, fallen meistens Schlagwörter wie Jugendschutz, PorNo, Zensur, Verlust der Unschuld etc.
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Ene, mene, muh und…

Vom Leben im Hamsterrad und dem Hass auf alle, die es angeblich aufhalten

Wenn wir uns unsere Lebensläufe einmal genauer anschauen, bemerken wir schnell, dass die Angst, ohne Job zu sein oder diesen zu verlieren, ziemlich zentral ist. Schon die Jagd nach einem Ausbildungsplatz, das angstvolle Büffeln fürs Abi oder das Hecheln nach Praktika und Qualifikationen sind der Anfang vom Lauf im Hamsterrad. Und die Forderung, dass es ein lebenslanges Lernen bräuchte, verstehen viele zu Recht als Drohung. Doch wenn wir fallen, wacht über unser Wohlergehen der Sozialstaat, sagt man uns. Haben wir also Glück gehabt? Wenigstens müssten Leute, für die es keine Lohnarbeit gibt, nicht gleich verhungern und erfrieren. Das Sozialsystem beschütze die Bürger_innen vor den schlimmsten Gefahren des freien Marktes. Wir fragen aber, was das schon heißt – angesichts des Alltags, der für viele weiterhin gerade von erniedrigenden Arbeitsbedingungen, Hungerlöhnen und Existenzangst bestimmt wird? Und was heißt das schon – im Vergleich zum schönen Leben, das für alle möglich sein könnte? (mehr…)

On the run

Die überzeugte „Schwarzfahrerin“ Caro nimmt uns mit auf ihre täglich kostenlose Tour. Dabei verrät sie uns so einiges.

„Los, schnell rein hier!“, so begrüßt uns Caro auf dem U-Bahnsteig und wir drängeln uns in den vollgestopften Waggon mit den vielen anderen. Es ist voll und stickig. Die Leute sitzen und stehen dicht an dicht. Caro erzählt uns, dass das immer so um diese Zeit ist. „Die kommen grad alle von der Arbeit.“ Tatsächlich ist es so, dass die meisten Menschen entweder morgens oder abends die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. So sind auch die Fahrzeiten getaktet. Sie sorgen dafür, dass jede_r pünktlich an ihrem_seinem Arbeitsplatz erscheint. „Die sitzen hier immer wie die Zombies. Frühmorgens rein in die Fabrik, stundenlang ohne Pause schuften und spätnachmittags völlig kaputt nach Hause. Nee, ist nicht mein Ding. Und dann noch dafür bezahlen? Pff!“ Generell hat Caro was dagegen, dass man, egal ob‘s für die Busfahrt zum verabredeten Treffen mit Freunden oder für die U-Bahn nach einer durchzechten Nacht ist, auch irgendwas bezahlt. Wir fragen sie, wie lange sie schon ohne sich Tickets zu kaufen durch die Gegend fährt. „Ach, schon ’ne Weile. Glaub so vor‘n paar Jahren hat‘s angefangen. Da hat mich einfach alles genervt. Für jeden Kack muss man bezahlen.“ Ihrer Meinung nach könnte, wenn es anders organisiert ist, alles viel einfacher werden. (mehr…)

„Die Antifa find ich super Scheiße“

Interview mit Sila Sönmez. Sie hat gerade den Roman „Das Ghetto-Sex-Tagebuch“ veröffentlicht.

Daraufhin wurde sie von BILD und Co. zur „härtesten Sex-Autorin“ ernannt – womit dann „Sex“ auch fast zum einzigen Thema für die meisten Interviews wurde. Was das Buch zeigt, fiel dadurch völlig unter den Tisch: den Alltag einer 17-jährigen, die versucht, sich inmitten der auf sie einprasselnden Etikettierungen ein bisschen Glück zu organisieren. Da geht es eben auch um Freund_innenschaften, Armut, Drogen und Langeweile, Rassismus, Religion und rich kids.
Wir saßen mit Sila vier Stunden zusammen und als wir sie auf den Antifa-Hoodie ansprachen, den sie laut der Wochenzeitung Jungle World trägt, stiegen wir direkt in die Diskussion ein.
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Dasselbe in grün

Klimawandel, Ozonloch, Artensterben – mit der Erde geht es den Bach runter. Doch Rettung naht – denn Umweltschutz ist voll angesagt. Wirklich? Warum das eigentliche Problem übersehen wird…

Nachrichten über Umweltprobleme sind keine schöne Angelegenheit. Apokalyptisch wird davon berichtet, wie es die Gesellschaften der letzten 200 Jahre geschafft haben, dass die Meere immer leerer werden, dass es ein riesiges Artensterben gibt, dass mitten auf dem Ozean Massen an Plastikmüll zu finden sind… Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Wir leben in einer Zeit, in der das Gegenteil von dem praktiziert wird, was man einen sinnvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und Schadstoffausstoß nennen könnte. Es gibt so viel Plastik auf der Welt, dass sich Lösungsmittel wie Bisphenol A im Blut eines jeden Menschen nachweisen lassen.
Doch scheint es Grund für Hoffnung zu geben, denn Umweltschutz wird nicht mehr nur von irgendwelchen einflusslosen Ökos thematisiert. Nicht nur Al Gore, ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat, fordert, dass „wir es zu unserem Mantra machen müssen, grün zu wachsen“. Sogar der deutsche Industrieverband ruft zum Klimaschutz auf. Dabei gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, wie Umwelt- und Klimaschutz funktionieren sollen.
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