Archiv für September 2010

»…ums Ganze!«-TV Folge 7

Straßen aus Zucker #4 online!

Wer das liest…
liest die vierte Ausgabe der „Straßen aus Zucker“.
Momentchen mal. Wer, wie und warum diese Zeitung? Schon wieder?
Für Deutschlandfans aller Art war auch das Jahr 2010 so richtig Party: Erst kam unverhofft die Schlagersause mit Lena Meyer-L-Punkt, dann waren vier Wochen Fußballfete angesagt und jetzt im Oktober nimmt sich Germany erneut Zeit für sich und zelebriert „20 Jahre Deutsche Einheit“. Zwischendrin trumpfte der Streberstaat auf, die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise durch Fleiß und Sparsamkeit super gemeistert zu haben.
Und wir so? Voll Spaßbremse! Schon in unserer ersten Ausgabe im Mai 2009 hatten wir kein bisschen Herzwärme für Deutschland übrig. Seitdem haben wir uns unter anderem damit befasst, was es mit Geschichtsschreibung und den Feierlichkeiten in Deutschland auf sich hat, haben uns mit Kapitalismus und dem Zusammenhang zwischen Playstation und „der Krise“ auseinandergesetzt und uns gefragt, was eigentlich Kommunismus heißen könnte. Bis Mai diesen Jahres hatten wir schon die dritte Ausgabe fertig. Und T-Shirts gibt‘s auch noch.

Und jetze: „Straßen aus Zucker“#4.
Eine Sonder- und Kooperationsausgabe zum „Tag der Deutschen Einheit“ 2010 und den offiziellen Feierlichkeiten in Bremen. Hier werden mit einem Bürger_innenfest die „20 Jahre Deutsche Einheit“ bejubelt. 20 Jahre: Selbst in dieser kurzen Zeitspanne wird durch die herrschende Geschichtsschreibung eine Menge übersehen. Wir nehmen die Zeremonien zum Anlass, zu sagen, warum Germany für uns kein Grund zum Schunkeln ist. Für die Sonderausgabe sitzen diesmal im Redaktionsteam neben den altbekannten Gruppen T.O.P. B3rlin und communisme sucré auch Gruppen von „Junge Linke gegen Kapital und Nation“ aus Berlin, Hannover, London und Bremen. Den Bezug zum Event in Bremen werdet ihr auch bei den Terminen feststellen. Junge Linke ist eine antinationale Organisation, deren Praxis in der Kritik der herrschenden Verhältnisse besteht, mit Texten auf junge-linke.org, Workshops, Vorträgen und Seminaren. Ihr könnt die gerne auch mal in Eure Region einladen. Außerdem gibt‘s jedes Jahr ein Antinationales Sommercamp, das nächstes Jahr nicht nur vom Ende Juli 2011 in Niedersachsen stattfinden soll, sondern auch im August 2011 als Kooperation das erste Mal im Süden der BRD. Für diese Ausgabe haben wir übrigens einige Bands und Musikprojekte gefragt, ob sie stolz auf Deutschland sind. Die Antworten gibt´s zwischen den Texten überall im Heft.

Viel Vergnügen,
Eure „Straßen aus Zucker“-Crew

strassen aus zucker 4 cover

3. Oktober in Bremen: Kein Tag für die Nation – Kein Tag für Deutschland

Mobilisierungsvideo:

11.September: Workshoptag in Bremen
Zur Vorbereitung auf die Proteste rund um den 3. Oktober 2010 laden das Bremer Bündnis und „…umsGanze!“ am 11. September 2010 zu einem Workshoptag ein. Wir wollen uns über die aktuellen deutschen Zustände austauschen, und Argumente gegen Staat und Nation in Stellung bringen.
10.30-22 Uhr im Infoladen Bremen (St.-Pauli-Str. 10-12) und danach Party im Zucker.

ug bremen banner

Weitere Termine rund um den 3.Oktober gibt es hier und hier.

Langversion: The future is still unwritten

Sweet Talking mit den Rapacts Kronstadt (Barcelona), Daisy Chain (Thessaloniki) und Refpolk (Berlin)

Die Etablierung oder Vernetzung von tatsächlich europaweiten sozialen Bewegungen, die in der Lage wären, der autoritären Restrukturierung von Kapital und Staat auf dem alten Kontinent im Zeichen der „Eurokrise“ entgegenzuwirken, gestaltet sich trotz ihrer offensichtlichen Notwendigkeit als langwierig und zäh. Mehr als Demonstrationen und symbolische Blockade- und Besetzungsaktionen ist dabei kaum herausgekommen, und die EU-Gesellschaften scheinen sich in einem derart rasanten Tempo sowohl ideologisch wie auch technokratisch (inklusive der Repressionsapparate) neu zu formieren, dass die Diskussionen innerhalb der verschiedenen Bewegungen, die auf Aktionen wie „M31“, „N14“ oder „Blockupy“ folgen, schon zu deren Beginn oftmals als überholt erscheinen. Mit „The future is still unwritten“ haben nun drei Rapacts aus unterschiedlich von der „Eurokrise“ betroffenen europäischen Regionen – Kronstadt aus Barcelona, Daisy Chain aus Thessaloniki sowie Refpolk aus Berlin – ein musikalisches Vernetzungsprojekt gestartet. Song und Video thematisieren sowohl die Krise wie auch die Bewegungen in den verschiedenen Ecken des Kontinents und zeigen somit komprimiert auf wenige Minuten eindrucksvoll eine aus Subjektivitäten gespeiste gemeinsame Perspektive auf.
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