Archiv für Mai 2010

Straßen aus Zucker #3 – alle Texte online!

Nach der PDF-Version sind nun auch alle Texte einzeln online verfügbar:

Intro

Ziemlich extrem
Der verschärfte „Kampf gegen den Linksextremismus“

„Let‘s push things forward“ Interview
Kampagne gegen rechte Zeitungen.

Alles Böse kommt von oben.
Zur Kritik der Verschwörungstheorien.

„Straßen aus Zucker“-Merchandise
T-Shirts, Beutel und Hoodies

Wissen macht K!
Argumente gegen Argumente gegen den Kommunismus.

Deichkind Interview
DJ Phono von Deichkind beantwortet die eigenen Fragen

„Die sind schuld“
Antisemitismus

Völkisch daneben
„Antikapitalismus“ von rechts

Deutsch=weiß?
Rassismus und Kolonialismus

Interview „Let‘s push things forward“

Seit April gibt es in Berlin und Brandenburg das Projekt „Let‘s push things forward – Kampagne gegen rechte Zeitungen!“ Ein Interview über die Ziele und Inhalte der Kampagne.

gegen rechte zeitungen

SaZ: Hallo Isabell, Du hast mit anderen die „Kampagne gegen rechte Zeitungen“ gestartet. Erklär’ doch mal kurz, worum es da geht.

Isabell: An vielen Kiosken und in etlichen Supermärkten werden ganz offen rechte Zeitungen verkauft. Das reicht von der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ über das Monatsmagazin „Zuerst!“ bis zur NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“. Konkretes Ziel der Kampagne ist es, diese und andere rechte Zeitungen aus dem offenen Verkauf zu drängen. Außerdem geht es natürlich um eine grundsätzliche Kritik an deren reaktionären Inhalten, die aber leider nicht auf diese Zeitungen beschränkt sind.
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Deutsch = Weiß?

Oder: Was an der „Entdeckung“ Amerikas nicht stimmt. Was „Edeka“ mit dem deutschen Kolonialismus zu tun hat. Warum „schwarz“ und „weiß“ keine Farben meinen.

Wenn Deutschland ein bisschen über 100 Jahre ist und schon immer in dieser Zeit nicht-weiße Menschen hier gelebt haben, warum denken die Leute dann eigentlich, dass nur die Weißen deutsch sind? Wenn eine x-beliebige Person gefragt wird, wie sie sich eine_n Deutsche_n vorstellt, dann entgegnet sie meist: „Blond und blauäugig“. Will ein Großteil der Deutschen Joseph Goebbels die Stelle als Propagandaleiter streitig machen, der im Nationalsozialismus dafür zuständig war, so einen Blödsinn zu verbreiten? Scheinbar findet sich das Wissen der Nazis immer noch wie selbstverständlich in unseren Vorstellungen. Menschen, die nicht als weiß angesehen werden, werden täglich als „Ausländer“ oder „Migranten“ beschimpft und müssen sich jeden Tag fragen lassen, wo sie herkommen. Einige Rapper, durch die der Hip Hop in Deutschland entstanden ist, haben immer wieder genau darüber getextet. Torch von Advanced Chemistry schrieb, dass er in Deutschland geboren ist, einen deutschen Pass hat und sich trotzdem fremd im eigenen Land fühlt. „Wo kommst du her?“ „Aus Heidelberg.“ „Nee, ich mein jetzt, so wirklich.“ Oder, wie es der Berliner Buchautor Mutlu Ergün beschreibt: (mehr…)

Völkisch daneben

Kapitalismuskritik von (Neo-)Nazis versteht weder den Kapitalismus, noch will sie ihn abschaffen.

Warum setzen wir uns überhaupt damit auseinander?
Rechter Antikapitalismus ist kein neues Phänomen. Aus ihrem rassistischen und antisemitischen Weltbild und dem positiven Bezug auf Volk, Staat und Arbeit – völkisches Weltbild – folgte schon nach dem Ende des Ersten Weltkriegs eine einfache und falsche Erklärung der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und sozialen Probleme des armen deutschen Volkes: „Die sind Schuld!“ Neu ist aber, dass sich Neonazis mit Globalisierung befassen und ihr Auftreten und ihre Slogans denen der G8-Gegner_innen angepasst haben. Bei Antiglobalisierungsprotesten, Montagsdemos und Protesten gegen die Krise haben Neonazis von der NPD bis zu den „Freien Kameradschaften“ Anschluss gesucht. (mehr…)

„Die sind schuld!“

Kapitalismus. Krise. Konflikte. Jüdinnen und Juden müssen als Erklärung für vieles herhalten. Antisemitismus ist Realität in Deutschland und kommt von überall – auch von links.

ENGLISH!

ESPAÑOL!

Antisemitismus gehört zu den ältesten und hartnäckigsten Vorurteilen gegenüber einer Gruppe von Menschen. Er wird im Alltag geäußert, ob offen und gewalttätig oder als stille Meinung oder Einstellung. Das Spektrum reicht dabei von judenfeindlichen Graffiti auf Straßen und jüdischen Einrichtungen, Schändungen jüdischer Friedhöfe, über seltsame Vergleiche zwischen Israel und Nazideutschland, bis zu antisemitischen Statements aus Politik und Medien. Auf Schulhöfen hört man „Du Jude“ als Schimpfwort und in der Wirtschaft wird über „Heuschrecken“ geschimpft. Selbst antisemitische Verschwörungstheorien, wie zu den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center, finden große Beliebtheit. So erstaunt es nicht, dass nach einer Studie des Pew Research Centers in Washington D.C. von 2008 rund ein Viertel aller Deutschen als antisemitisch eingestuft werden. Das Problem ist aber nicht nur auf Deutschland beschränkt: Antisemitismus gibt es in Europa, arabischen Ländern und vielen anderen Regionen der Welt.
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Deichkind Interview

Deichkind gilt Vielen als eine „irgendwie“ politische Band. Ob Textzeilen, die linken Parolen entliehen sind, oder Auftritte bei antifaschistischen Aktionen, wie etwa der Kundgebung gegen einen Naziaufmarsch im September 2009 in Dortmund – einiges spricht dafür. Wir wollten es genauer wissen und haben ein kurzes Interview mit DJ Phono von Deichkind geführt. Allerdings haben wir den Interview-Spieß diesmal ein wenig umgedreht und Fragen genommen, die Deichkind in einer Umfrage selbst ihren Fans gestellt haben. Here we go:

SaZ: Findest Du, dass Deichkind eine politische Band ist? Kritisch, radikal oder angepasst? Wenn ja: Worin drückt sich dies aus?

Phono: Wir bestehen aus vielen verschiedenen Menschen mit völlig unterschiedlichen Interessen. Einige von uns sind politsch interessiert und motiviert andere wiederum überhaupt nicht. Die meisten von uns gehören einem der größeren Lager innerhalb der Band an. Den Dinkels oder den Kapitalos. Es gibt also durchaus kritische Tendenzen in der Formation, die auch immer wieder erkennbar sind.
Allerdings hat sich das Konzept Deichkind als Erscheinungsbild formal für eine Unterhaltungsgruppe, die in der Pop- und Massenkultur verortet ist, entschieden, weswegen man auch von einer Anpassung an den Kontext, in dem wir wirken wollen, sprechen kann.

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Wissen macht K!

Argumente gegen Argumente gegen den Kommunismus.

Alle reden von Politikverdossenheit und motzen über das Haar in der Gesellschafts-Suppe. Da wirfst Du das Wort Kommunismus in die Runde und schon, PENG PENG, folgen dumme Kommentare – Dein Gegenüber kontert mit klassisch fiesen Totschlagargumenten. Uns ging das auch schon oft so: Wir hatten keine Antworten parat, uns brach der Schweiß aus, wir gerieten ins Stammeln oder sind einfach nur total entnervt weggestampft.

Für solche hilflosen Situationen ist „Wissen macht K!“ genau das Richtige! Wir haben versucht Argumentationsansätze und Gedanken zu sammeln, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Es erwarten Euch keine endgültigen Antworten, sondern „nur“ ein paar Denkanstöße. Ob im Park, in der Schule, in der Kneipe oder auf Arbeit – überall kommt es zu solchen Diskussionen, die wir hier mal fiktiv nachgestellt haben, um zu zeigen, wie so ein Gesprächsablauf aussehen könnte. Mit Hilfe dieses hosentaschenkompatiblen Faltblättchens – mit den Argumenten to go – kannst Du rhetorisch ordentlich backbashen!
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