Lesetipps

„Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird.“
Wie kann eine Welt aussehen ohne Ungerechtigkeit, Zwang und Kontrolle? Jede_r hat sich das wohl schon einmal gefragt. Viele Linke antworten darauf: „Kommunismus. Das ist die ultimative Lösung.“ Andere schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie dieses Wort auch nur hören: „Kommunismus?! Das ist doch das mit der Stasi…Das ist doch nicht dein Ernst!“ Aber wie soll er denn nun funktionieren, dieser hochgelobte und verteufelte Kommunismus? Wieso soll er so viel besser/ schlechter/ unmöglicher sein als der Kapitalismus?
Wer versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen, stößt meist recht schnell auf den linken Theoretiker Karl Marx und sein Hauptwerk „Das Kapital“. Doch auch wenn es unpopulär ist, das zuzugeben: Sehr viele junge und alte Menschen sind schon daran gescheitert, dieses zweifellos bedeutende aber nicht gerade einfache Buch zu lesen und zu verstehen. Oft werden diese Menschen dann von anderen belächelt oder von oben herab belehrt. Doch auch die, die sich tatsächlich durch die drei Bände „Das Kapital“ gebissen haben, stehen zum Schluss häufig immer noch vor ihrer Frage: „So, und was ist nun der Kommunismus? Das kann doch nicht so schwer sein!“ Ist es auch nicht.
In ihrem Buch „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“ erzählt Bini Adamczak von ein paar Menschen, die merken: Im Kapitalismus müssen sie so viel in der Fabrik arbeiten bis ihnen der Rücken weh tut, obwohl sie dazu oft gar keine Lust haben. Und zur Belohnung dürfen sie nur zweimal die Woche ins Kino gehen. Sie wollen aber keine Rückenschmerzen und häufiger ins Kino wollen sie auch. Und überhaupt wollen sie nicht von Dingen beherrscht werden und von Menschen auch nicht. Darum beschließen sie, den Kommunismus einzuführen. Aber leider hat keine_r von ihnen so eine rechte Vorstellung, wie so ein Kommunismus denn aussieht. Nur davon, wie er aussehen könnte. Also sagen die Menschen: „Am besten, wir probieren die Vorstellungen einfach der Reihe nach aus. Dann werden wir ja sehen.“
Und so probieren sie immer neue Vorstellungen aus, um ihr Leben angenehm, gerecht und frei zu gestalten. Aber es ist ja keine Meisterin vom Himmel gefallen, darum gehen viele Dinge schief und die ersten Versuche enden damit, dass die Menschen den Kopf schütteln und sagen: „Nein, nein. Das ist nicht der Kommunismus.“ Doch nach und nach lernen sie dazu, bis sie zum Schluss wirklich einen Kommunismus finden, der ihnen gefällt. Der_die Leser_in lernt mit ihnen und merkt: Der Kommunismus muss gar kein kompliziertes, unverständliches Theorie-Ungetüm sein. Mensch kann ihn ganz einfach verstehen.

Bini Adamczak: „Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird“, erschienen 2004 im Unrast-Verlag, 79 Seiten, 8 Euro.

Planet der Habenichtse
Vor 160 Jahren gab es auf dem kapitalistisch organisierten Urras, einem reichen, fruchtbaren Planeten, einen Aufstand. Einer, der zu mächtig war, um erstickt zu werden, und zu schwach, um die Revolution herbeizuführen. Man fand einen Kompromiss: Es wurde den Odoniern, wie sich die Aufständischen nannten, gestattet, zum Schwesterplaneten Anarres auszuwandern, einer kargen, knochentrockenen, menschenfeindlichen Welt, um dort eine freie, klassenlose Gesellschaft zu gründen. Nach 160 Jahren existiert diese Gesellschaft weiterhin, allen Voraussagen zum Trotz. Was ist in dieser Zeit aus ihren Idealen geworden?

Der Physiker Shevek entschließt sich, Anarres zu verlassen und nach Urras zu gehen. Er tüftelt an einer Erfindung, der auf seinem Heimatplaneten keine Beachtung geschenkt wird. Doch sie könnte den Durchbruch in der interstellaren Raumfahrt und in der kapitalistischen Gesellschaft des Nachbarplaneten auch Profit bedeuten. Sheveks idealistische gesellschaftliche Ansichten stoßen auf Urras jedoch auf wenig Gegenliebe…

Social Fantasies nennt sich eine Richtung, die soziale Utopien im Genre des Science Fiction entwirft. Ursula K. Le Guin erzählt in „Planet der Habenichtse“ von den Kritiken an unserer gegenwärtigen Gesellschaft, von den Entwürfen einer klassenloser Utopie und von den Problemen, mit denen diese im Kapitalismus konfrontiert sind. Ein lesenswerter Roman für ein gesellschaftskritisches Publikum. Besonders interessant für Leser_innen, die im Bereich des Science Fiction, der meist lediglich von Krieg und Apokalypse bestimmt ist, nach Alternativen suchen.

Ursula P. Le Guin: „Planet der Habenichtse“, Titel der zweiten Auflage: „Die Enteigneten: Eine ambivalente Utopie“, erschienen 2006 im Bellheim-Verlag, 352 Seiten, 19,90 Euro.

Tipps und Tricks für Antifas
Naziaufmärsche verhindern? Demonstrationen organisieren? Zeitungen produzieren? Gruppen gründen?Wie verhalten bei Naziübergriffen, auf Demonstrationen und bei Hausdurchsuchungen?

Die Broschüre „Tipps und Tricks für Antifas“, seit Jahren ein Klassiker und jetzt in einer überarbeiteten und aktualisierten Form im Unrast Verlag erschienen, gibt eine detaillierte und klare Übersicht zu den Grundregeln und zum Basiswissen antifaschistischer und linksradikaler Politik. Sie vermittelt anschaulich, was zu beachten ist, wenn man beispielsweise Blockaden, Veranstaltungen oder Geld für politische Aktionen organisieren will oder wie man sich im Falle staatlicher Repression zu verhalten hat.
Ratschläge, wie man sich gegen Nazis zur Wehr setzen kann, fehlen ebenso wenig. Die Zusammenstellung ist ein „must have“ bzw. ein „must know“ für alle, die sich in irgendeiner Form gegen Nazis und die Gesemtscheiße engagieren und organisieren.
Bestellen könnt ihr sie für 4,- das Stück.

1. Per Post:
Tips und Tricks
c/o Infoladen Schwarzmarkt
Kleiner Schäferkamp 46
20357 Hamburg

2. oder online:
www.tippsundtricks.blogsport.de
tipps-und-tricks[at]riseup.net
ISBN-Nr: 978-3-89771-477-9

Und ihr könnt die Broschüre natürlich auch in linken Buchläden bekommen, z. B. in Berlin im „Schwarze Risse“, Kastanienallee 85 (Nähe U Eberswalder Straße) bzw. Gneisenaustraße 2a (Nähe U Mehringdamm).

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