Archiv für November 2009

SAZ #2 komplett online!

STRASSEN AUS ZUCKER #2

INTRO

ES GIBT IMMER WAS ZU TUN
EINE ANNÄHERUNG AN DEN KOMMUNISMUSBEGRIFF

ICH MARX EINFACHER
„DAS KAPITAL“ FÜR EINSTEIGER_INNEN

REALSOZIALISMUS
DER SOZIALISMUS, IN DEM ALLES REAL WAR – AUSSER DEM SOZIALISMUS

FRITTENBUDE INTERVIEW

LESETIPPS
-„KOMMUNISMUS. KLEINE GESCHICHTE, WIE ENDLICH ALLES ANDERS WIRD.“
-„PLANET DER HABENICHTSE“
-„TIPPS UND TRICKS FÜR ANTIFAS“

GRAFFITI
INKLUSIVE PLAKAT/SPRÜHSCHABLONE ZUM RAUSNEHMEN.

GESCHICHTE IST, WAS DU DRAUS MACHST.

20 JAHRE WIEDERVEREINIGUNG?

MUSTERUNG UND BUNDESWEHR

DEUTSCHLAND EINE KLEBEN.
AUFKLEBER

Termine

Online-Spezial:
- Total Extrem? Extremismusbegriff und Totalitarismustheorie
- Mein erstes Mal im Osten
- Mein erstes Mal im Westen

Graffiti

„Mit der Zeit war es ganz normal, dass ich die ganzen Fotos von fetten Bildern, die ich gemalt hatte, und Skizzen von Bildern, die ich noch an Züge malen wollte, nicht bei mir zu Hause gelagert habe. Ich hatte keine Lust darauf, dass die Bullen belastendes Zeug bei einer Hausdurchsuchung hätten finden können. Den letzten Brocken Hasch hab‘ ich vor einer Action sowieso zu einem guten Freund gebracht, wo ich wusste, der macht kein‘ Scheiß und das Zeug ist am nächsten Tag noch da.“
(Jana, 19, Saarbrücken)

„Wenn ich nachts losgehen wollte, habe ich mir immer vorher überlegt, wo und wie ich ein Bild malen wollte und was ich dabei beachten musste. Ich hab also zum Beispiel geguckt, dass keine Kameras in der Nähe waren. Oder falls doch, dass ich nur vermummt gefilmt wurde. Genauso wichtig war es für mich, Fluchtwege rauszusuchen und die schon vorher mal abgelaufen zu sein, falls Securities oder Zivis gekommen wären, was ja auch schon hin und wieder passiert ist.“
(Zlatko, 21, Freiburg)

„Es war absolut klar für mich und meine Freunde, nur das Notwendigste mitzunehmen und Drogen oder andere Sachen, auf die Bullen nicht so gut anspringen, zu Hause zu lassen, um uns nicht selbst oder die anderen zu gefährden, falls wir bei der Aktion erwischt werden. So hatten wir immer nur die Dosen am Start, die wir dann auch gebraucht haben und kein überflüssiges Zeug, was uns auf der Flucht zur Last hätte fallen können. Unser Trick war, die Dosen schon vor der Aktion zu schütteln und starke Magneten an ihnen zu befestigen. Dadurch wurden unnötige Geräusche vermieden und wir hatten unseren Spaß…“
(Merve, 20, Köln)

„Bei der Action haben wir natürlich immer unauffällige Klamotten getragen, die auch mal Farbe abbekommen konnten und die wir im Ernstfall schnell hätten wegwerfen können. Es war manchmal echt lustig, wie die Bullen an uns vorbei gelaufen sind und nicht auf die Idee kamen, dass wir was mit dem Bild, das gerade mal zehn Minuten alt war, zu tun hatten. Wir hatten halt unter unseren Sachen fürs Malen was helles und möglichst unverdächtiges an, was aussah, als wollten wir in ‘nen Club oder so. Wären wir mit unseren dunklen Kapuzenpullovern, die gut ins Raster von Bullen passen, weiter durch die Gegend gerannt, wären wir schnell aufgefallen. Manchmal hatten wir auch ‘n Fahrrad am Start, um schneller wegzukommen und unauffälliger zu sein.“

(Dan, 17, Passau)

„Damit wir später nicht wegen Fingerabdrücken oder ähnlichem Scheiß überführt werden konnten, haben wir einfach Einweghandschuhe benutzt. So hatten wir nach der Aktion keine Farbe auf den Händen und da wir eh nichts ohne Handschuhe angefasst haben, konnten wir auch die Dosen schnell und sicher wegwerfen.“
(Franziska, 18, Rostock)

„Wir haben untereinander immer gut auf uns aufgepasst und uns so oft Ärger vom Hals gehalten. Eine Person stand meistens Schmiere. Wenn bei einer Action dann irgendwelche Bürger gekommen sind, hat diese Person die anderen durch lautes Husten oder Niesen oder so gewarnt. Die Dosen und Sprühschablonen haben wir immer in einem Beutel verstaut. Wenn es Stress gab, haben wir den dann einfach in einen Busch geworfen. Und eine gute Freundin von mir packt die Stencils vor und nach dem Sprühen in einen Pizzakarton. Das sieht dann aus, als ob sie sich was zu essen holt und sie wurde so noch nie erwischt. Aber sie läuft damit ja auch nicht unbedingt länger rum als nötig.“
(Kat, 15, Berlin-Steglitz)

„Wir haben früher den ganzen belastenden Kram so schnell wie möglich entsorgt, um kein Risiko einzugehen. Deshalb hab ich auch nicht allen Leuten, die ich mal irgendwo kennengelernt hab‘, gesagt, was ich so mache mit meiner freien Zeit. Ich finde es auch heute noch geil, richtig dicke Bilder gemalt, aber damit nicht vor allen rumgepost zu haben. Das hätte mir wahrscheinlich auch nur Stress und die Bullen nach Hause gebracht.“
(Duc, 23, Aurich)

Rechtshilfetipps:
Solltest Du verhaftet werden, mach bei den Bullen keine Aussage. Außer Deinem Namen und Geburtsdatum, sowie Deiner Adresse musst und solltest Du einfach nichts sagen. Rede einfach gar nicht mit ihnen und gib natürlich nichts zu! Was Du da sonst so sagen könntest, fällt im Zweifelsfall nämlich Dir oder jemand anderem auf die Füße. Lass Dich auf keinen Fall von den Bullen in irgendwelche Spielchen verwickeln oder unter Druck setzen. Bei den Bullen die Aussage zu verweigern, ist Dein gutes Recht! Sie werden zwar einiges versuchen, um von Dir ein Geständnis zu kriegen. Aber darüber nachzudenken macht erst Sinn, wenn ein Verfahren eröffnet wird, da sie Dich meistens nur rankriegen können, wenn Dir eine konkrete Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann oder Du eben ein Geständnis ablegst.
Die Zeit auf dem Revier ist hart, aber in der Regel bist Du nach ein paar Stunden wieder draußen und kannst Dir dann überlegen, was du Deiner Anwältin erzählst. Denk, während Du sitzt, einfach daran, dass Du bald wieder draußen bist. Stell Dir die Bullen in lila Hasenkostümen vor oder mach irgendwas, damit Du Deine gute Laune nicht verlierst. Oft folgt nach Aktionen mit Polizeikontakt auch eine Hausdurchsuchung. Ist dies der Fall, wirst Du wahrscheinlich sehr früh rausgeklingelt. Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Du hast eigentlich das Recht, einen unabhängigen Zeugen (Nachbarn oder so) zur Durchsuchung dazuzuholen, aber im Zweifelsfall machen die Bullen das auch einfach so. Da Du vor der Aktion – welcher auch immer – alles Bedenkliche zu Hause beseitigt hast, hast Du nichts zu befürchten.

http://just.blogsport.de
http://www.rebelart.net
http://www.reclaimyourcity.net
http://www.inforiot.de/content/street-art-not-crime

17.11. bundesweiter Bildungsstreik

Morgen wird es bundesweit wieder unzählige Aktionen im Rahmen der Bildungsproteste geben. Bereits seit Wochen bzw. Monaten werden in diesem Zusammenhang in Österreich und Deutschland Universitäten besetzt. Wir rufen natürlich zu den Protesten auf und verweisen in diesem Zusammenhang nochmal auf den Text „Nie wieder (Schul-)Klassen!“ in der „Straßen aus Zucker“#1.
zusammen streiken, schwänzen, kämpfen!
zssk

„Bambule“-Stencil

Als erstes brauchst Du ein geeignetes Material für deine Schablone. Am Besten ist dünne Pappe oder stabile Folie. Außerdem brauchst du natürlich ein Motiv, wie z.B. unser „Bambule“ in der Mitte der Zeitung, oder das „Deutschland in die Tonne treten“-Stencil von der entsprechenden Seite. Um die Schablone zu basteln, hast Du zwei Möglichkeiten:

Entweder Du nimmst die Vorlage und heftest diese auf den Karton oder die Folie, zeichnest das Motiv auf das Schablonenmaterial nach und schneidest es mit einem Skalpell, Cutter oder einer Schere aus, oder Du klebst die Vorlage direkt auf das Schablonenmaterial und schneidest beides gleichzeitig aus. Fertig ist die Schablone.

Probiere die Schablone erst einmal irgendwo aus und schau wie Du am besten mit der Dose umgehst. Wenn du langsam Erfahrung sammelst kannst Du auch versuchen mit mehreren Schablonen mehrfarbige Bilder zu erstellen. Veil Spaß!

Stencil-Vorlage als .pdf:

Frittenbude on Tour > „Straßen aus Zucker“

Frittenbude ist aktuell auf Tour und da sie uns für die aktuelle Ausgabe ein kleines Interview gegeben haben, gibts auf dieser Tour auch die „Straßen aus Zucker“ auf dem Merchandise-Tisch. Neben einigen Ausgaben der ersten Nummer, gibts natürlich v.a. die zweite und damit noch einen Grund mehr auf die Konzerte zu gehen…

Anstehende Konzerte von Frittenbude:
12. Nov. im Festsaal Kreuzberg in Berlin
13. Nov. im Chekov in Cottbus
14. Nov. im Glanz & Gloria in Osnabrück
14. Nov. im Indiego Glocksee in Hannover
16. Nov. im Ex – Haus in Trier
17. Nov. im BAU 46 in Kaiserslautern
18. Nov. im Hotel Shanghai in Essen
19. Nov. im Molotov in Hamburg
20. Nov. im Treibsand Lübeck
21. Nov. im Komplex in Schwerin
24. Nov. im Ostpol in Dresden
25. Nov. im Rosenkeller Jena
26. Nov. in der Alte Mälzerei in Regensburg
27. Nov. im Schlachthaus in Dornbirn (Austria)
28. Nov. im Feierwerk in München
04. Dez. im Jugi in Taufkirchen (Bayern)
05. Dez. in der halle 03 in Heidelberg
11. Dez. in der Posthalle in Würzburg
12. Dez. im Stall 6 in Zürich
17. Dez. in der Moritzbastei in Leipzig
18. Dez. im 603 qm in Darmstadt
19. Dez. im Unikum in Erfurt
31. Dez. im Riders Palace in Laax (Schweiz)
(weitere Audiolith-Dates)

Aufkleber 2

Deutschland eine kleben!
Auch zur zweiten Ausgabe der „Strassen aus Zucker“-Zeitung ist eine Aufkleberreihe erschienen. Wenn ihr Lust habt eure Umgebung zu verschönern, dann lasst euch von uns ein kostenloses Paket mit über 100 Stickern zuschicken!

Von den „Hello…“-Aufklebern zum selber Ausfüllen könnt ihr uns Fotos eurer coolsten Tags/Motive schicken und wir stellen die dann auf unsere Seite.
Also ran an die Marker!
EDIT: Leider vegriffen!!!

Musterung und Bundeswehr

Du kannst die Wehrpflicht totalverweigern. Das heißt, Du beantwortest zum Beispiel den Musterungsbescheid nicht, lässt Dich gegebenenfalls von der Bundeswehr abholen und verweigerst vor Ort alle Befehle. Das ist konsequent, aber stressig, da ein Straftatbestand und sollte nicht von Dir allein gestemmt werden, sondern mit Unterstützung von Freund_innen undLeuten, die sich gut damit auskennen.
Für diejenigen unter euch, die sich nicht für die Totalverweigerung entscheiden, sondern auf Ausmusterung oder ein möglichst lockeres Zivi-Jahr setzen, ein wichtiger Merksatz vorneweg: Gemächlichkeit siegt! Letztendlich musst Du einen Kriegsdienstverweigerungsantrag nur stellen und Deinen Zivildienst nur dann absolvieren, wenn Du tatsächlich einberufen wirst. (Im „Kriegsfall“ gelten andere Regeln und Bestimmungen.) Zur Zeit werden nur rund die Hälfte der tauglich Gemusterten wirklich auch eingezogen. Also: Warte erstmal ab, ob sie dich auch wirklich wollen. Du musst dich ja nicht vordrängeln und laut „hier!“ rufen. Vielleicht interessieren sie sich gar nicht für Dich? Abwarten und Tee trinken.

1.Die Musterung
Irgendwann um Deinen 17. Geburtstag, wirst du Post von der Bundeswehr bekommen. Sie wollen wissen, was Du machst und wahrscheinlich, ob Du schon morgen für sie Zeit hast? Nein, hast Du nicht. Solange es geht, schickst Du ihnen Belege dafür, dass Du Dich noch in deiner ersten Ausbildungsphase (Abitur oder Lehre) befindest. Auch danach gibt es noch Gründe, die Du geltend machen kannst. Irgendwann kommst Du aber an der Musterung nicht mehr vorbei.
Wenn es soweit ist, wirst Du gefragt werden, ob Du einen Kriegsdienstverweigerungsantrag stellen möchtest. DIESE FRAGE VERNEINST DU!
Lass Dich von denen nicht bequatschen, sondern bleib‘ dabei. Denn: Diesen Antrag kannst Du jederzeit bis zum Zeitpunkt der Einberufung stellen. Wenn Du einen solchen Antrag gestellt hast, führt aber kein Weg mehr am Zivildienst vorbei. Sobald Du denen klar machst, dass Du nicht zum Bund willst, aber Zivildienst leisten würdest, wirst Du in der Regel sogar als „gut tauglich“ gemustert werden, damit Du wenigstens das Zivi-Jahr machen musst.
Auf das Eingangsprozedere folgen eine Menge allgemeine Untersuchungen und köperliche Tests. Wenn Du nicht zum Bund willst, solltest Du Dir bei diesen Tests einfach nicht allzu viel Mühe geben. Nutz‘ die Zeit, um mal so richtig schön faul zu sein. Lass Dir alles zweimal sagen, überanstreng‘ Dich bloß nicht bei den Liegestützen und gib auf gar keinen Fall an, dass Du im Falle einer Einberufung auch Auslandseinsätze machen würdest.
Mach‘ Dir dabei klar: Du willst nicht „tauglich“ gemustert werden. Überleg‘ Dir, dass die Gründe, die Du gegen deine Tauglichkeit anführen wirst, auch glaubwürdig sein müssen. Also: Wenn Du Dich ganz normal mit Tante Doktor unterhalten kannst, beim Hörtest aber gar nichts hörst, stimmt was nicht. Mit eingeschränktem Hör -und Sehvermögen bist Du auf jeden Fall schon mal nicht auf der besten Tauglichkeitsstufe (T1).
Wir raten eher davon ab, sturzbetrunken zur Musterung zu gehen. Das Gleiche gilt, wenn andere Drogentests sehr positiv ausfallen. Im Zweifelsfall wirst Du als „zur Zeit untauglich“ (T4) eingestuft und musst nach einer Rückstellung nochmal hin. Höchst unangenehm. Ebenso, wenn Du nächtelang nicht schläfst und mit einer Kanne Kaffee im Bauch gemustert wirst. Klar schränkt das Deine körperlichen Fähigkeiten ein (in diesem Fall ja in Deinem Sinne), aber Herzrasen und andere Gebrechen werden jungen, gesunden Menschen eigentlich nicht ohne Nachprüfung attestiert und im Zweifelsfall entlarvst Du Dich als Simulant. Ähnlich ist es, wenn Du auf Deine psychische Instabilität setzt. Wenn Du glaubhaft machen kannst, dass Du Aggressionsprobleme hast oder zum Beispiel regelmäßig Drogen konsumierst, bist du in Augen der Bundeswehr nicht gerade ein perfekter Soldat. Aber auch das kann zu einer Rückstellung der Musterung führen, wenn‘s blöd läuft. Und wenn‘s richtig blöd läuft, wirst Du wegen Verstoß gegen das BtmG angezeigt oder Deine (vermeintlichen) Psychosen auf Deine eigenen Kosten therapiert, damit Du auf Deine Wehrpflicht nicht „verzichten“ musst. Überleg‘ Dir einfach, was Dich gleichzeitig glaubwürdig und vollkommen ungeeignet für den Dienst an der Waffe erscheinen lässt. Informiere Dich also vorher.
Weitere eher zweifelhafte Methoden, von denen wir gehört haben (von denen wir aber eher abraten):

-Eine Stuhl- statt einer Urinprobe abgeben.
-Mit Edding „Deutschland verrecke!“ auf die Brust schreiben. Spätestens nach dem „bitte mal freimachen!“ wollen sie Dich loswerden.
-Sich wahnsinnig trottelig anstellen und alles umschmeißen. Nach Afghanistan kommst Du so wahrscheinlich eher nicht.
-Bei der Urinprobe den Finger anritzen und einen Tropfen Blut mit reingeben
-Vorher Heiraten.

Denk‘ dran, dass Behörden untereinander gerne mal Akten austauschen. Wenn Du also nicht zum Bund willst, aber eine Karriere als hoher Staatsbeamter anstrebst, sind Alkoholismus- und Drogengeschichten in Deinen Musterungsakten nicht gerade förderlich. In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben, dass die Musterungsakten nach einer bestimmten Zeit eingesehen und gelöscht werden können. Das stimmt so leider nicht ganz. Wir haben nochmal ein wenig recherchiert und haben nun folgende Informationen: Gelöscht wird eure Akte von alleine wenn ihr ‚ungedient‘ geblieben seid und nach 5 Jahren bei T5 (gilt alles übrigens auch für Frauen). Ansonsten wird normalerweise mit 65, bzw. 70 Jahren die Akte gelöscht. Die Akten selbst liegen beim Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben – man kann dort mit Begründung einen Antrag auf Löschung stellen, dem wird aber wohl gemeinhin nicht stattgegeben, außer man möchte Priester o.Ä. werden. Die Infos, die wir bekommen haben, haben wir vom Karrierecenter der Bundeswehr. Also wenn ihr weitere Fragen habt wendet euch am besten direkt an die oder die Musterungsstelle bei der ihr damals vorstellig werden musstet.

2.Nach der Musterung
Leg die Beine hoch und entspann‘ Dich. Du hast es dir verdient. Mach deinen Kriegsdienstverweigerungsantrag fertig. Er besteht aus einem Anschreiben mit Deinen persönlichen Daten, Datum, Unterschrift und folgendem Satz: „Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst mit der Waffe unter Berufung auf Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes.“

Zum Antragsschreiben kommen ein Lebenslauf und eine Gewissensbegründung. Die sollte schon authentisch sein und von Dir kommen, deswegen liefern wir hier keinen Vordruck. Du musst halt sagen, wieso Du aus ethischen Gründen den Dienst an der Waffe verweigerst, das heißt, wieso Du niemals eine Waffe auf Andere richten könntest. Gute Argumente: Die christlich- ethische Sozialisierung, die Du in dieser Gesellschaft erfahren hast (ob Du nun getauft bist oder nicht). Du kannst den Dienst an der Waffe nicht mit deinem Gewissen vereinbaren. Und im Ernstfall würdest Du Deine Kameraden gefährden, weil Du ja Deine Waffe nicht einsetzen kannst. Auch hierzu gibt es viele schlaue Überlegungen im Internet.
Wenn Du nicht unbedingt Zivildienst machen willst, sondern ein Jahr gewinnen möchtest, schick‘ den Antrag noch nicht ab! Wenn du Glück hast, gehörst du zu jener Hälfte der tauglich Gemusterten, die trotzdem nicht eingezogen werden. Also abwarten. Sobald du den Einberufungsbescheid bekommst, solltest Du den Antrag aber abschicken. Wenn Du Dich nicht total doof angestellt hast, sollte er angenommen werden, dann kannst Du Dich nach einer geeigneten Zivistelle umsehen.
Der Einberufungsbescheid wird als Einschreiben zugestellt, das heißt, er ist drei Tage nach Versand gültig. Also: Montag hat ihn die Bundeswehr Dir geschickt, Dienstag ist er da. Er gilt aber erst ab Donnerstag 24.00 Uhr als zugestellt. Wenn Du also bis Donnerstag Deinen Kriegsdienstverweigerungsantrag zugestellt hast, hast Du ihn offiziell vor der Einberufung gestellt und bist fein raus – der Einberufungsbescheid wird aufgehoben.
Wenn Du ihn danach zustellst, auch nicht weiter schlimm, das Verfahren verzögert sich nur.
Verweigern kannst Du den Dienst an der Waffe sogar noch während des Wehrdienstes- aber soweit soll‘s ja gar nicht kommen.

Alle Angaben ohne Gewehr – informiere Dich gründlich und nach Möglichkeit bei einer Beratungsstelle, wie Du um die Bundeswehr rumkommst.

Wir wünschen Dir viel Glück!
Bundeswehr und alle Zwangsdienste abschaffen!
Schwerter zu Pflugscharen und Soldaten zu Küchenhelfern!

Mehr Nützliches im Netz:
www.Zentralstelle-KDV.de
www.wehrpflicht-nein-danke.de
Unter www.kampagne.de kannst Du Dich über die aktuelle Gesetzeslage und Handhabung informieren. Auch über Gründe und Unterstützung für Totalverweigerung findest Du hier Infos und Beratungsstellen.

Außerdem: „Kein Bund fürs Leben!“ – Artikel in der „Straßen aus Zucker“#1