Neuer Podcast von Julia Go

Julia Go ist ein alter Hase im Berliner DJ-Zirkus. Grossgeworden im Indie- und DHR-Umfeld (Digital Hardcore Recordings – Atari Teenage Riot) fand sie in der Bar 25 und später im KaterHolzig zu ihrer Disco Deep House Leidenschaft. Die letzten Monate verbrachte sie mit Reisen durch Kroatien, Serbien und Israel und hat von dort aus exclusiv für die SAZ diesen Mix aufgenommen. Wir sagen תודה und freuen uns bei den sommerlichen Klängen noch mehr auf den Frühling!


Strassen aus Zucker 011 – Julia Go by Strassen_Aus_Zucker_Podcast on Mixcloud

Punkrocktourbus auf Punkrockbustour

rues des fischfilet

Deutschland ist und bleibt Scheiße.
Besonders Scheiße ist es dort, wo die NPD an den 5% kratzt und bei den U18
Wahlen teilweise bis zu 11,5 % erreicht werden. Wo Crystal, Pfeffi und
Bushaltestelle die einzigen Attraktionen versprechen und Fortschritt
allenfalls beim Erreichen des nächsten CandyCrush-Levels zu verzeichnen
ist: Willkommen in der ostdeutschen Provinz!

In vier ausgewählten Megacities macht der Punkrocktourbus auf des Rues de
Fischfilet Halt und möchte die Tristesse Deutschlands für einen Tag
vergessen machen.

On Stage:
Die Kaput Krauts ärgern (mehr…)

Routes Sucrées #2 online!

Titelblatt RS #2

„It doesn‘t matter, if you‘re black or white“. If only, Michael! It’s true enough that many do not mind. Skin colour: Mhhh… oatmeal? Pink?
Those who don‘t qualify as white know much more about this. In this second issue of Routes Sucrées we concerned ourselves with racism – another boundary of the world we did not agree on. We tried to find out how these structures arose, how they function and how they are
maintained – still separating us from the beautiful life. To work on this issue wasn‘t easy. How can we write about racism although we ourselves have no direct experience of it? There are people who can choose whether and when they want to deal with racism. That they come from Berlin-Kreuzberg may not be believed, but with a silent „Frankfurt“, „Hamburg“ or „Vienna“ the question about their origin is finally answered. They do not permanently need to explain their sound knowledge of German. They do not need to know the meaning of their name. No demand to integrate or „to leave again“.
What white lies are told to explain. Of overcrowded boats and empty plates. Why „Refugee“ means „fighter“, how activists struggle in the refugee camp in Berlin. And given that we demand streets made of sugar, les Routes Sucrées, it is time to suss out a colonial history that is anything but sweet.

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Sweet Talking: The toten Crackhuren im Kofferraum

The toten Crackhuren im Kofferraum (T.C.H.I.K.) Bei einem solchen Bandnamen muss eindeutig mehr dahinterstecken als Rumgeblödel und Tanzmusik. Oder vielleicht doch nicht? Was Lulu, Nura und Doreen vom Arbeiten vs. Harzen halten, wie die Tour im Vorprogramm von K.I.Z. gelaufen ist und warum sie keinen Bock mehr haben über Nazis zu reden. Hier im Interview.

Saz: Wir müssen euch ja gestehen, dass wir gerade ganz schön aufgeregt sind, mit so berühmten Leuten wie euch zu reden!
Lulu: Ach so nen quatsch, es kennen uns zwar wirklich mittlerweile viele Leute, aber ich muss immer noch zu ’nem Mindestlohn rumackern.
Saz: Na ja, bekannt zu sein bedeutet eben nicht automatisch, auch reich zu sein. Aber z.B. den Song „Ich und mein Pony“ kennen ja echt fast alle Leute.
Das ist uns klar geworden, als wir uns am Mittwoch noch mal getroffen haben und ein bisschen rein gehört haben. Deshalb wollten wir euch fragen: Warum habt ihr das zweite Album so gemacht, wie ihr es gemacht habt? Wie habt ihr euch musikalisch weiterentwickelt? Was habt ihr anders gemacht?

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„Ich wollte trotzdem kritisch und subversiv bleiben“

Straßen aus Zucker sprach mit Pyro One über sein neues Album, politischen vs. klassischen Rap und die Schönheit utopischer Blasen. Enjoy!

Saz: Am 22. November ist dein neues Album „Ausgezogen aus Nimmerland“ erschienen. Vielleicht hast du Lust, kurz zu erzählen, was dieses Album von deinen anderen unterscheidet? Was war beim Entstehungsprozess anders?

Pyro: Was die Leute angeht, die daran mitgearbeitet haben, hat sich nicht viel geändert. Ich mache das immer mit Leiji zusammen. Er produziert zusammen mit Beat 2.0 fast hundert Prozent meiner Sachen und macht auch meine Artwork. Was dieses Mal vielleicht ein bisschen anders war, (mehr…)

Magazin für das schöne Leben statt irgendwelcher Staats/oder Volkssouveränitäten

Straßen aus Zucker statt Compact

In „Compact – Magazin für Souveränität“ schreiben Rechtskonservative und Journalist_innen der Neuen Rechten ihren Bockwurst-Senf zu Themen wie deutscher Geschichte, der Homoehe, Gleichberechtigung der Geschlechter, Asyl und Migration in Deutschland und dem NSU. Darunter vor allem der Herausgeber Jürgen Elsässer, der einen Wandel vom linken Antisemitismuskritiker über den rassistisch begründeten Kosovo-Kriegsgegner zum rechtskonservativen Verschwörungsheini hingelegt hat, der eine*n staunen lässt (und im Gegensatz zu Nasen wie Horst Mahler oder Bernd Rabehl, die auch schon immer das Nationale im Soziale super fanden, ist bei ihm auch schwer eine inhaltliche Linie erkennbar, die das erklären könnte).
Sein Magazin liegt manchmal in Cafés, Imbissen und Kneipen als kostenlose Gabe an Lesezirkel aus. Und ist im Zeitschriftenhandel und im Abo zu bekommen. Es hat ne Mini-Auflage, aber ist durch die Scharnierfunktion zur AfD und Neuen Rechten trotzdem nicht zu unterschätzen.

Die Autorinnen und Autoren von Compact haben vor allem eins: Mächtig viel Angst. Angst um Deutschland, Angst vor Migration nach Deutschland, vor einer Überfüllung im Land, Angst um die konservative Ehe und die Familie, Angst vor Emanzipation (eigentlich: Angst vor Frauen), sehr große Angst vor Verlust von Männlichkeit und Auflösung von Geschlechterverhältnissen, Angst vor „dem Anderen“, große Angst vor Israel und den USA. Und natürlich Angst vor allerlei Verschwörungen.
Weswegen sie einfach mal allen, die nicht in ihr Weltbild passen, Angst machen wollen: Homosexuell-Lebenden, Migrant*innen, emanzipierten Frauen, ungestählten Männern.

Mut zur Wahrheit? Ey, ma ganz ehrlich Leute: Mit Compact wird niemand schlau. Wer sich dennoch ein Ansichtsexemplar aus der Kneipe, dem Kiosk oder dem Cafe ausleihen möchte, sollte eine Ausgabe Straßen aus Zucker da lassen. Wir schicken kostenlos zu.

Mehr zu Compact findet ihr hier

Einen Artikel gegen Antisemitismus gibt es in der SaZ # 3 und als Podcast, eingesprochen von Dirk von Lowtzow

Aus derselben Ausgabe ebenfalls passend: Eine Kritik von Verschwörungstheorien

SaZ # 9 geht online!

It doesn‘t matter if you‘re black or white…schön wär‘s, Michael! Stimmt schon, vielen kann es egal sein. Hautfarbe: Hmmm….hellbeige? Rosa? Wer nicht als weiß durchgeht, kennt sich besser aus. In unserer neunten Ausgabe der Straßen aus Zucker befassen wir uns mit Rassismus – eine weitere Begrenzung der Welt, auf die wir uns nicht geeinigt haben. Wir haben versucht herauszufinden, wie diese Strukturen entstanden sind, die uns vom schönen Leben trennen, wie sie wirken und wie sie erhalten werden.

#9 Titel

Die Arbeit an der Ausgabe war nicht leicht. Wie über Rassismus schreiben, wenn es keine unmittelbaren eigenen Erfahrungen damit gibt? Es gibt Menschen, die können sich aussuchen, ob und wann sie sich mit Rassismus beschäftigen wollen. Dass sie aus Kreuzberg kommen, wird ihnen vielleicht nicht geglaubt, aber mit einem kleinlauten „Pankow“, „Brandenburg“ oder „Wien“ ist die Frage nach der Herkunft für das Gegenüber dann abschließend geklärt. Ihre guten deutschen Sprachkenntnisse müssen sie nicht dauernd erklären, nicht die Bedeutung ihres Namens kennen. Keine Aufforderung, sich zu integrieren oder „wieder zu gehen“. Warum „Refugee“ „Fighter“ bedeutet, warum es immer noch Rassismus gibt, obwohl fast niemand Rassist_in sein will – und welche Rolle dieses blöde Deutschland dabei gerne spielt. Das und mehr in diesem Heft.

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